Von Petra Römer-Westarp, 11.07.10, 18:13h, aktualisiert 11.07.10, 18:36h
Alle drei sind Teilnehmer einer Berufseinstiegsmaßnahme am Don-Bosco-Center in Berlin-Marzahn. So kam auch der Kontakt zu der von den Salesianern Don Boscos getragenen Schule in Neunkirchen zustande. Die Jungs aus Berlin bezeichnen sich selbst als Rapper. Sie haben technisches Equipment mitgebracht und einen Klassenraum im AK in ein improvisiertes Tonstudio verwandelt.
Für die AK-Schüler ist es ein ungewöhnliches Erlebnis, mit den jungen Profis zusammen ihr eigenes Lebensgefühl in knappe, prägnante Texte zu bringen und daraus einen Rapsong zu kreieren.
Der Rap-Workshop ist einer von fünf Kursen im Rahmen eines Boy's Days der besonderen Art. „Wir wollten ein Angebot speziell für Jungen machen“, erklärt Lehrer Diemo Seiffert (33, Bild rechts), der das Projekt am AK auf die Beine stellte. Es gehe hier anders als beim normalen Boy's Day nicht darum, dass Jungen in typische Frauenberufe aus dem sozialen Bereich hineinschnupperten. Das finde schon im Rahmen des Sozialpraktikums statt.
„Wir wollen die soziale Kompetenz von Jungen stärken, indem wir sie bei den Sachen abholen, die sie gut können und die ihnen Spaß machen“. Seiffert glaubt nicht, dass Jungen den Mädchen von ihrer Sozialkompetenz her grundsätzlich unterlegen seien. Nur könnten sie viele ihrer Stärken in der Schule nicht so gut einbringen.
Sich die eigenen Gefühle bewusst zu machen und sie auszudrücken ist unterm anderem Ziel des Rap-Workshops. Um Beweglichkeit und strategisches Verhalten, aber auch um Teamgeist geht es dagegen beim Workshop „Juggern“. Für die Funsportart bastelten die Jungen aus Schaumstoff und Klebeband sogenannte „Pompfen“. Dabei handelt es sich um eine Art Plastikschwert, mit dem die Spieler sich teamweise bekämpfen, allerdings ohne Körperkontakt.
Ein Student der Kölner Uni, der in der Freizeit juggert, erklärte den Jugendlichen das Spiel. Es sei toll, sich beim Juggern so richtig auszutoben, fanden denn auch Xaver Emans und Dominik Paszket, beide 15. „Die körperliche Betätigung kommt im Unterricht zu kurz“, erzählen sie. „Wir haben nur zwei Zeitstunden Sport wöchentlich“.
Jungen mit Spaß am Gestalten konnten beim Sprayer-Workshop aktiv werden. Mit Sprayfarben verschönerten sie die vorher gänzlich schmucklose Toilettenanlage. Und schließlich konnten die Jungen unter dem Thema „Fleisch, Baby!“ kochen lernen und in einem anderen Workshop Fragen zur männlichen Sexualität loswerden. Hier standen Medizinstudenten und Vertreter des schwul-lesbischen Netzwerks „NRW SCHLAu“ als Ansprechpartner bereit.
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