Schriftgröße

„Städte in Bewegung“

Künstler im Bann der Großstadt

Von Jürgen Kisters, 15.07.10, 17:51h

Im Berlgischen Haus stellen Künstler Fotografie und Malerei als Gemeinschaftsarbeit aus. Die aus dem italienischen Verona stammenden Lisa Borgiani und Massimo Nidini führen dort ihre Kunst in „Städte in Bewegung“ vor Augen.

Cologne-Gerusalemme
Bild vergrößern
„Cologne-Gerusalemme“ heißt diese Arbeit der aus dem italienischen Verona stammenden Lisa Borgiani und Massimo Nidini, die im Belgischen Haus vorstellen. (Bild: Katalog)
Cologne-Gerusalemme
Bild verkleinern
„Cologne-Gerusalemme“ heißt diese Arbeit der aus dem italienischen Verona stammenden Lisa Borgiani und Massimo Nidini, die im Belgischen Haus vorstellen. (Bild: Katalog)
Köln - Was ist das Charakteristische von Städten außer der Tatsache, dass viele Menschen in ihnen leben? Ihre im Vergleich zum Land enorme Dynamik, ausgedrückt in viel befahrenen Straßen, bevölkerten Plätzen und der „gewaltigen“ Aktivität in Kaufhäusern, Produktionsstätten, Büros und anderen großen Gebäuden. Städte verkörpern seit Jahrhunderten das Prinzip der Mobilität, das wie kein anderes Prinzip gerade unsere gegenwärtige Kultur prägt und vorantreibt. Die ungeheure Bewegung, die das Leben in Städten kennzeichnet, ist daher bereits seit langem ein Thema in der Kunst. Ganz besonders seit der so genannten Moderne, als vor allem Fotografen den dynamischen Verkehrs- und Lichtzauber von Großstädten ins Bild brachten.

Konturen verwischen

Fotografie ist deswegen nicht zufällig die Grundlage der Bilder, mit denen die aus dem italienischen Verona stammenden Lisa Borgiani und Massimo Nidini im Belgischen Haus „Städte in Bewegung“ vor Augen führen. Die Machart ihrer künstlerischen Gemeinschaftsarbeiten ist stets die Gleiche.

Ein Foto der 1979 geborenen Lisa Borgiani wird jeweils zum Ausgangspunkt expressiver malerischer Interventionen, mit denen der 1944 geborene Massimo Nidini das Bild verwandelt. So entsteht am Ende immer eine Komposition, die nicht mehr Fotografie, aber auch nicht Gemälde oder aber beides zugleich ist. Nidini lässt massive Stadtgebäude mittels malerischer Verwischung zu undeutlichen Konturen werden. Sie ähneln den flüchtigen Wahrnehmungen, die bei allzu schneller Geschwindigkeit entstehen, etwa im Vorüberfahren mit einem Auto oder einem Eisenbahnzug. Mit kraftvollen Farbgesten schafft er andererseits Bewegungsspuren, die bei aller Verhutschtheit zugleich eine verblüffende Gewalt vor Augen führen. Das soll zeigen: Bewegung ist eben nicht nur Leichtigkeit, sondern auch eine Gewalt.

Besonders interessant sind die Bilder, in denen Nidinis malerische Schwünge auf die Fotos von Gebäuden treffen, die mehr als ein Jahrtausend alt sind. Darin prallen am Beispiel der Großstadt Ruhe und Bewegung, Beständigkeit und das mit der Mobilität eng verwobene Gesetz der Veränderung schonungslos aufeinander. Der ganze Zauber der „Städte in Bewegung“ trifft auf das Problem einer rasenden Bewegtheit, in der nichts mehr wirklich wahrgenommen wird und traditionelle Erfahrungen sich auflösen. In den Kunstwerken von Borgiani und Nidini erscheint das als ein faszinierender Effekt. In der gelebten Wirklichkeit lautet dagegen die Frage, wohin die Städte in Bewegung die Menschen in Zukunft führen werden. Und damals, als das elektrische Licht, Autos und Eisenbahnzüge eine nie gekannte Bewegung in den Städten entfesselte und die alten Lebensrhythmen davon fegten, müssen die Menschen sich durchaus etwas Ähnliches gefragt haben.

Belgisches Haus, Cäcilienstraße 46, Mo-Fr 9-13,14-17 Uhr, bis 30. Juli.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste