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Erster Teil

Deutsche Dokus erobern die Welt

Von Wilfried Urbe, 16.07.10, 21:58h

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Das Team von united docs.
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Das Team von united docs.
Betritt man die Büros von United Docs in der Breite Straße an einem geschäftigen Tag, sind aus den verschiedenen Räumen Fetzen von Telefongesprächen beispielsweise in französischer, katalanischer oder finnischer Sprache zu hören. Der informierte Besucher weiß dann: Die Sales-Managerinnen des Kölner Programmvertriebs sind im Einsatz, um deutsche Fernsehproduktionen an Sender aller Kontinente zu verkaufen. Dass deutsches Fernsehen mittlerweile im Ausland begehrt ist, liegt nicht nur an der Qualität des Programms, sondern auch an den Vertrieben, die auf internationalen Messen mit Engagement und ihren Kontakten zu TV-Einkäufern aus aller Welt heimische Fernsehproduktionen rund um den Globus verkaufen.

Eine der wichtigsten Firmen in diesem Bereich ist seit vielen Jahren United Docs. Das Unternehmen, das aus dem öffentlich-rechtlichen Programmvertrieb German United Distributors hervorgegangen ist, hat vergangenes Jahr über 1000 Programmstunden in mehr als 90 Länder verkauft. Die Kölner sind weltweit vor allem gefragt, wenn es um hochwertige deutsche Dokumentation geht. „United Docs ist in Deutschland der einzige auf die Vermarktung von TV-Dokumentationen spezialisierte Vertrieb“, erklärt die Geschäftsführerin Silke Spahr, „wir vertreiben nur nichtfiktionale Programme. Das hebt uns von anderen Vertrieben ab und erlaubt uns eine höhere Spezialisierung, wir können uns intensiver um die Märkte, die Kunden und die internationalen Erfordernisse an Dokumentationen kümmern und unsere weltweiten Senderkontakte besser pflegen.“

Besonders erfolgreich war das Team von United Docs beim weltweiten Verkauf von „Stalingrad“. Die Produktion von 2003, die im ZDF lief, ging in 60 Nationen. Selbst vergangenes Jahr konnte die Dokumentation noch in neun weitere Länder lizenziert werden. Auf die Kofinanzierung und Vermarktung von „Schabowskis Zettel - Die Nacht als die Mauer fiel“ zum 20. Jahrestag des Mauerfalls ist man beim Kölner Programmvertrieb ebenfalls stolz. „Weil die Dokumentation weltweit durch ihre Machart und einzigartige Archivaufnahmen ein großartiges Echo gefunden hat und in mehr als 40 Ländern ausgestrahlt wurde“, erklärt Sales Managerin Anne Hufnagel. Ähnlich lief es auch bei „Damals nach dem Krieg“. Der historische Mehrteiler konnte Dank United Docs als internationale Koproduktion realisiert und in mehr als 20 Territorien verkauft werden.

Während die Kölner anfangs als ARD-Tochter ausschließlich Sendungen der ARD-Landesrundfunkanstalten anboten, kam es später zur direkten Zusammenarbeit mit unabhängigen Produzenten. „Diese werden in Deutschland von vielen konkurrierenden Vertrieben gleicher maßen umworben und mit Minimumgarantien gelockt“, weiß Hufnagel, „sich hier durchzusetzen und zu beweisen, dass die Dokumentationen bei United Docs gut aufgehoben sind und auch gut vermarktet werden, war und ist eine große Herausforderung.“ Das Vertriebsteam besteht übrigens ausschließlich aus Frauen. Zufall? „Es hat sich gezeigt, dass weibliche Sales Manager einfach kommunikativer und fröhlicher sind und viel mehr Spaß am Verkaufen haben als männlichen Kollegen“, antwortet Silke Spahr und schränkt sogleich ein: „Das ist natürlich in erster Linie eine Frage der Persönlichkeit - losgelöst vom Geschlecht. Wir sind einfach ein sehr leidenschaftliches Team - geht nicht gibt's nicht.“



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