Erstellt 16.07.10, 22:01h
GERALD CIOLEK: Viele von uns kennen die Situation aus ihrer Zeit bei Gerolsteiner vor zwei Jahren. Im Hintergrund lief die Suche nach einem neuen Sponsor, am Ende war sie erfolglos. Eine wirkliche Überraschung ist das jetzt mit Milram nicht.
Sie könnten bei Columbia unterkommen.
CIOLEK: Dass der Weg dahin frei ist, wusste ich schon vorher. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Columbias sportlichem Leiter Rolf Aldag, zu den Fahrern auch. Nach der Tour werde ich mich mit dem Thema näher beschäftigen. Ich will mir verschiedene Möglichkeiten offen halten.
Welche Konsequenzen hätte das Aus für den letzten erstklassigen deutschen Rennstall?
CIOLEK: Deutschland ist von einer Nummer im Radsport mit den drei großen Mannschaften T-Mobile, Gerolsteiner und Milram innerhalb von nur drei Jahren zu einer Nullnummer geworden. Das ist sehr tragisch. Andererseits gibt es so viele Fahrer mit Potenzial, dass der Radsport in Deutschland weiter eine Zukunft haben wird. Die Fahrer werden ihren Weg im Ausland machen.
1997 gab es das Team Telekom, das hierzulande für Radsport stand und eine Sogwirkung hatte.
CIOLEK: Die wird es so wahrscheinlich nicht mehr geben, das stimmt. Für deutsche Neoprofis ist es sicher besser, wenn es ein starkes deutsches Team gibt. Oft ist aber der einfachere Weg nicht immer der beste. Wenn man es am Anfang schwerer hat, dann besteht man später besser.
Sprechen Sie aus Erfahrung?
CIOLEK: Es war in den letzten Jahren für deutsche Fahrer - in Anführungsstrichen - so leicht wie nie zuvor. Ich konnte zunächst zu Wiesenhof gehen, einem Pro Continental Team, Zweite Liga, da bin ich langsam aufgebaut worden. Von Wiesenhof bin ich zu T-Mobile gewechselt. Eine perfekte Situation. Es gibt aber Beispiele, dass es anders geht.
Welche?
CIOLEK: Andreas Stauff aus Köln. Der ist als Neoprofi nicht in einer deutschen Mannschaft untergekommen. Ausländische Teammanager haben gesehen, dass der Junge Potenzial hat. Er ist jetzt bei Quickstep und findet da auch seine Rolle.
Das Gespräch führte Christian Schwager| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
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