Von Petra Wischgoll, 21.07.10, 17:23h
Die eingeschränkten Öffnungszeiten haben laut Meseke wirtschaftliche Gründe. „Samstags gibt es in Chorweiler ein reines Kassengeschäft.“ Für das Abheben von Geld brauche man keine Mitarbeiter. „Das geht auch über die dortigen Geldautomaten.“ Neben einer vor kurzem installierten Maschine für Einzahlungen soll ab kommenden Herbst ein Selbstbedienungs-Terminal eingerichtet werden, etwa für Überweisungen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Geldunternehmen verkündet, im Zuge einer Straffung des Geschäftsnetzes 22 kleine Filialen in Köln und Bonn zu schließen - darunter auch die Zweigstelle in Esch, die mit der Filiale im benachbarten Pesch zusammengelegt wurde. Die Dependance in Esch habe sich wirtschaftlich nicht gerechnet, erklärte Meseke. Die Angestellten arbeiten nun in Pesch. „Unsere Mitarbeiter können auch nach Esch kommen und die Menschen zu Hause beraten.“ Dies sei kostenlos. Der Geldautomat bleibt den Eschern erhalten, wird aber voraussichtlich in den Edeka-Markt verlegt. In Pesch wurde vorsorglich eine zweite Maschine installiert.
Die Chorweiler Kommunalpolitiker kritisierten die Pläne der Sparkasse. „In Chorweiler ist samstags Wochenmarkt“, warnte Jürgen Kircher (SPD). „Wieso wird ausgerechnet dann die Filiale geschlossen?“ Ira Sommer von der CDU klagte, dass gerade ältere Kunden die Filiale in Esch besucht hätten. Die müssten jetzt mit dem Bus zur nächsten Geschäftsstelle fahren.
„Mir macht das auch keinen Spaß“, rechtfertigte sich Meseke. Aber die Zahlen sprächen nun mal eine deutliche Sprache. So seien Kundenbesuche in Filialen im Kölner Norden um 17,5 Prozent gesunken, die Internetnutzung für Bankgeschäfte dagegen gestiegen. Meseke verwies auf die Anzahl an Niederlassungen, die im Bezirk bestehen bleiben. So gebe es in Chorweiler, Heimersdorf, Merkenich, Worringen und Pesch je eine Stelle der Sparkasse mit insgesamt acht Automaten.
Dagegen müssen die Lindweiler auch in Zukunft auf einen eigenen - und seit langem geforderten - Geldautomaten verzichten. Ein Apparat würde rund 20 000 Euro an Betriebskosten verschlingen - Kosten, die durch das Geldabheben von Kunden und EC-Karten-Besitzern anderer Banken wieder eingenommen werden müssen. „20 000 Euro sind eineinhalb Auszubildende“, kalkulierte Meseke.
Während Kunden die Automatennutzung durch ihre Kontogebühren finanzieren, zahlen so genannte Fremd-Abheber eine Gebühr. Ein neuer Apparat in Lindweiler könnte dazu führen, dass Geräte in der Umgebung nicht mehr so oft besucht würden und daher nicht ausgelastet sind. „Das gefährdet die Rentabilität der Automaten in Esch und Pesch“, sagt Meseke. Es werde geprüft, ob sich Lindweiler Bürger an der Kasse eines Geschäfts, etwa eines Bäckers, Geld auszahlen lassen können.
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