Von Oliver Görtz, 21.07.10, 17:19h
„Wir lüften hier permanent, doch gegen den Schimmel kommt man nicht an. Der sitzt tief in den Wänden“, sagt Christian Stohwasser, Geschäftsführer des SSV. Um die verrottenden Rohrleitungen wenigstens notdürftig zu reparieren, klaffen eilig aufgestemmte Löcher in den gefliesten Wänden vor allem der Dusch-Bereiche. Die Eingangstür schließt nur nach einigen beherzten Fußtritten Stohwassers. Sie ist stark lädiert, da schon oft versucht wurde, hier einzubrechen, erklärt der Geschäftsführer. Das Vereinsheim ist inzwischen 30 Jahre alt. Es ist eine Baracke, ein Provisorium, das zur Dauereinrichtung wurde. Nun soll an gleicher Stelle ein neues Club-Haus entstehen - größer, schöner und vor allem: solider.
Moderne Dusch- und Umkleidebereiche sind vorgesehen, Büros und Schiedsrichterräume geplant. Zusätzlich soll ein rund 100 Quadratmeter großer Saal entstehen, der auch von Nicht-SSV-Mitgliedern gemietet werden kann, erläutert Architekt Norbert Güsgen. Denn einen Veranstaltungsraum für diverse Festivitäten hat Rogendorf / Thenhoven nicht. „In dem neuen Heim könnten wir auch eine Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe anbieten“, sagt Geschäftsführer Stohwasser. Das Engagement für Kinder und Jugendliche liegt beim SSV auf der Hand: Neben den Erwachsenen-Angeboten hat der 300-Mitglieder-Verein allein elf Kinder- und Jugend-Fußball-Teams, zudem Jugend-Badminton und Kinder-Turnen im Programm.
Mehr als 360 000 Euro wird das neue SSV-Heim kosten. Etwa 320 000 Euro erhält der Verein aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Dieses Geld wurde bereits bewilligt. Die übrigen rund 40 000 Euro muss der Club aufbringen sowie zusätzlich noch 30 000 Euro für die Innenausstattung des neuen und den Abbruch des alten Vereinshauses. Insgesamt müssen also 70 000 Euro gestemmt werden. „Das ist eine sehr große Aufgabe für unseren kleinen Verein“, stöhnt Gottfried Mock. Er ist Vorsitzender des Fördervereins des SSV, der eigens gegründet wurde, um dieses fehlende Geld heranzuschaffen und den Betrieb des neuen Heims aufrecht zu erhalten. Der Förderverein sucht nun weitere Mitglieder, die sich mit einem Beitrag von fünf Euro monatlich engagieren. Und natürlich Spender. „Wir hätten das Geld schon jetzt, aber wenn wir das zahlen würden, wären wir auf einen Schlag pleite“, sagt Mock.
Im März hat der Club einen Bauantrag gestellt, der vor kurzem nochmals überarbeitet wurde. Zwar steht die Baugenehmigung noch aus. „Aber ich werde mich dafür einsetzen, dass das jetzt schnell geht“, verspricht Lothar Buntenbroich, stellvertretender Leiter der städtischen Bauaufsicht. Wenn alle Gremien wie etwa der Landschaftsbeirat getagt haben und das Projekt befürworten, „könnte die Genehmigung vielleicht noch vor der Sommerpause vorliegen“, mutmaßt Buntenbroich.
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