Von Tanja Wessendorf, 27.07.10, 21:03h
In Deutschland beginnt jetzt die Ernte der blauen Sorten. Einige frühere Zwetschgen- und Pflaumensorten sowie Mirabellen und Renekloden gibt es schon jetzt in den Läden zu kaufen. Pflaumen werden in allen Erdteilen kultiviert, wobei China der mit Abstand größte Produzent ist - gefolgt von Deutschland, Serbien / Montenegro, Rumänien, Chile und Frankreich.
Die Reifezeiten liegen aufgrund der verschiedenen Sorten und Standorte relativ weit auseinander. Hauptanbaugebiete in Deutschland sind Baden-Württemberg (41 Prozent), Rheinland-Pfalz (23 Prozent) und Bayern (12 Prozent). In Nordrhein-Westfalen bauen etwa 50 große Obstanbaugebiete das Steinobst auf rund 160 Hektar an. Ein großer Teil davon kommt aus dem Gebiet Ostwestfalen-Lippe. Außer in den deutschen Erntemonaten von August bis Oktober werden Pflaumen ganzjährig importiert. Hauptlieferländer im Sommer sind Spanien, Italien und Ungarn, im Winter erhalten wir japanische Pflaumen aus Südafrika, Chile und Argentinien.
Unabhängig von der Sorte gilt: Reife Früchte schmecken am besten. Pflaumen gehören zwar zu den nachreifenden Früchten, zu früh geerntete Exemplare mit Grüntönen in Haut und Fruchtfleisch erreichen jedoch nicht mehr die optimale Reife und schmecken daher unbefriedigend. Daher beim Einkauf nur zu ausgefärbten, nicht zu harten Exemplaren mit glatter Haut greifen.
Auch, wenn es nicht so wirkt: Ein Zeichen für Frische ist der Reifbelag, mit dem die Früchte überzogen sind, wenn sie frisch vom Baum kommen. Diese dünne wachsartige Schicht schützt das Obst vor dem Austrocknen und verlängert auf diese Weise die Haltbarkeit. Der Belag könnte eigentlich mitgegessen werden. Da sich aber Schadstoffe darin anreichern können, sollte er vor dem Verzehr vorsichtshalber abgewaschen oder abgerieben werden. Einwandfreie Früchte sind einige Tage haltbar, insbesondere wenn sie kühl gelagert werden. Entkernte Pflaumen lassen sich gut einfrieren. Hierzu eignen sich am besten die späten, festfleischigen Sorten, die aufgeschnitten und entsteint tiefgefroren werden. Will man die Früchte später für Mus, Marmelade oder Kompott verwenden, sollte man sie bereits vor dem Einfrieren mit Zucker bestreuen. Generell halten sich tiefgefrorene Zwetschgen und Pflaumen ein Jahr lang ohne Qualitätseinbußen.
Pflaumen reinigen den Darm und wirken wegen ihres hohen Ballaststoffgehalts als mildes Abführmittel. Außer den Vitaminen A und C enthalten die Früchte sämtliche B-Vitamine und Kalium. Stoffwechsel, Nerven, Leistungskraft profitieren davon. Die dunklen Schalen sind reich an den sekundären Pflanzenstoffen Flavonoiden. So vielseitig die Sorten in Farbe, Größe und Geschmack sind, so vielseitig ist auch die Verwendung der Früchte. Pflaumen eignen sich für Kuchen, zum Einkochen, als Beilage zu deftigen Gerichten und einige Wochen mit Zucker, Nelken und einer Zimtstange in Rum eingelegt auch als Rumtopf.
Der Begriff „Zwetschge“ geht übrigens auf das romanische Wort „damascena" zurück, was „Frucht aus Damaskus" bedeutet. Das Obst gelangte vermutlich bereits 100 Jahre vor Christis von Syrien über Griechenland nach Nordeuropa. Pro Jahr essen die Deutschen pro Kopf durchschnittlich etwa ein Kilogramm der Frucht.
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