Von Tobias Kaufmann, 15.07.10, 11:57h, aktualisiert 15.07.10, 12:02h
Fan-Initiativen im Internet, etwa bei Facebook, haben dies ebenso wenig ändern können wie Nationalspieler Lukas Podolski. Der hatte in der vergangenen Saison wiederholt darauf verwiesen, dass er sich selbst am liebsten in Weiß sieht. So wie es sich für den 1. FC Köln gehört. Franz Kremer, der erste Clubpräsident, hatte die Vision vom "weißen Ballett vom Rhein", von einer Art deutschem Real Madrid. Und Madrid war weiß, schon immer.
Der Konflikt um die Trikots geht über eine Geschmacksfrage hinaus. Er verdeutlich die schleichende Entfremdung zwischen vielen organisierten Fans und dem offiziellen 1. FC Köln. Denn der Ausrüster des Clubs, die Firma Reebok, ist zwar für das Design und den Schnitt der Hemden verantwortlich, nicht aber für die Farbgebung. Thomas Vorndran (General Manager Reebok Market Central) stellt im Gespräch mit ksta.de klar: "Diese Entscheidung traf der 1. FC Köln". Auf den Fan-Ärger angesprochen, präzisiert der Reebok-Manager: "Reebok ist sich der traditionellen Club-Farben bewusst. Da die letztendliche Entscheidung über die Trikot-Farben beim 1. FC Köln liegt, folgen wir deren Expertise."
Diese Expertise findet offenbar weit abseits von Fanforen statt. Das zeigt erst recht die Auswahl des Auswärtstrikots – also jenes Jerseys, das immer dann angezogen wird, wenn das gegnerische Team ebenfalls in Rot aufläuft. Es ist zwar weiß, aber über die Schultern ziehen sich schwarze Applikationen. Für viele Fans erinnert dieses Trikot frappierend an Borussia Mönchengladbach, den regionalen Erzrivalen. Im Internet gibt es bereits eine Petition gegen dieses Design – dem FC droht eine Trikotdiskussion, wie sie beispielsweise Werder Bremen am Hals hatte, als das traditionelle Grün-Weiß um Papageien-Orange erweitert wurde. Aber das war nur eine modische Debatte. Man kann nur spekulieren, was passieren würde, wenn Werder Bremen in blau-weißen Trikots auftauchen würde, also so wie der Rivale Hamburger SV
Reebok hat auch von diesem Kölner Fan-Ärger gehört. "Ja, wir sind uns dieser Tatsache bewusst und bedauern das Feedback natürlich", sagt Vorndran. "Wir hoffen, dass die Fans verstehen, dass es im obersten Interesse des 1. FC Kölns und Reebok liegt, Trikots zu produzieren, die den Wünschen der Fans entsprechen. Uns ist es wichtig, dass sich die Fans mit der Ausstattung identifizieren können."
Ist das dem Verein wirklich wichtig? Für die nächste Jahreshauptversammlung im November haben Mitglieder einen offiziellen Antrag gestellt. Punkt 1 lautet: "Die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA wird angewiesen, bei künftigen Verträgen mit Bekleidungsausrüster-Firmen darauf Wert zu legen, dass die Herren-Profimannschaft des 1. FC Köln bei Pflichtspielen zuhause grundsätzlich in der Grundfarbe weiß oder in der Kombination weiß-rot aufläuft. Der Ausrüster soll deshalb vertraglich verpflichtet werden, ein Heimtrikot in der Grundfarbe weiß zur Verfügung zu stellen."
Der 1. FC Köln hat auf die Anfrage von ksta.de, sich zum Thema Trikots zu äußern, nur mit einem Satz reagiert. Der Marketingchef des Clubs gebe keine Interviews. Mehr muss man nicht wissen.
GutenMorgenKöln: Nieten mit Nadelstreifen
Bildergalerie: Unvergessene Trikots des 1. FC Köln
@ T1000
21.07.2010 | 16.15 Uhr | geissbockjuenger
Nun, Bayer "04" Leverkusen ist ein ähnlicher Schwindel wie "1899" Hoffenheim.
Eine Pseudogeschichte haben wir nicht nötig
Selten so gelacht!
17.07.2010 | 15.19 Uhr | Bertha
FC= weißes Ballett vom Rhein. *lol*
Da passt rot schon besser für die Blutgrätschen, die dieser Rumpelfußballverein benötigt, um nicht gegen…
@ZiegenSchmitzeJupp
17.07.2010 | 10.36 Uhr | T1000
Die Gründungsgeschichte deines Vereins passt aber eher auf einen Verein ohne Gesicht und Geschichte! erst 1948 durch eine Fusion gegründet, zu dem…
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