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Presserat

Zahlreiche Beschwerden gegen „Bild“

Erstellt 26.07.10, 16:00h, aktualisiert 26.07.10, 16:14h

Nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg sind beim Deutschen Presserat bereits 115 Beschwerden über die Berichterstattung eingegangen. Diese richten sich fast ausschließlich gegen „Bild.de“ oder die „Bild“-Zeitung.

Trauer nach der Loveparade
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Ohne Worte. (Bild: afp)
Trauer nach der Loveparade
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Ohne Worte. (Bild: afp)
BERLIN - Bei den Vorwürfen gehe es vor allem um detaillierte Fotos und die Erkennbarkeit von Opfern, sagte eine Sprecherin des Presserats. Beim Verlag Axel Springer hieß es auf Anfrage, man könne sich dazu derzeit nicht äußern. Die Beschwerdeführer sehen Verstöße gegen Ziffer 11 des Pressekodex. Dieser besagt unter anderem, dass die Presse auf eine "unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid" verzichten soll.

Die Massenpanik, bei der auf der Loveparade am Samstag 19 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden, hatte auch im Internet hitzige Diskussionen über die Grenzen der journalistischen Berichterstattung ausgelöst. Hauptziel der Kritik bei Twitter war die "Bild"-Zeitung. Sie hatte am Samstag auf ihrer Internetseite Fotos von nur notdürftig mit Tüchern zugedeckten Leichen veröffentlicht -eines davon mit der Bildunterschrift "Ein Foto, das Gänsehaut vermittelt - zwei Tote am Haupteingang". Zahlreiche Mikroblogger riefen zum Boykott der Zeitung auf und veröffentlichten den Link zum Beschwerdeformular des Presserats.

Der Presserat, die freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien, wurde 1956 gegründet. Seine Hauptaufgaben sind "die Lobbyarbeit für die Pressefreiheit in Deutschland" und das Bearbeiten von Beschwerden aus der Leserschaft. Zum Jahresbeginn 2009 war die Zuständigkeit des Rates bei Beschwerden auf den Onlinebereich ausgeweitet worden. Die nächste Beschwerdeausschuss-Sitzung findet im September statt. (ddp)



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