Erstellt 27.07.10, 08:34h
Nach Darstellung des wissenschaftlichen Leiters des Instituts, Thomas Arendt, sorge ein Mechanismus im gesunden Gehirn dafür, dass diese speziellen Neuronen absterben, bevor sich diese „falschen Bausteine" mit mehr als zwei Chromosomenpaaren in Zellen einlagern. Bei Alzheimerpatienten funktioniere dieser Mechanismus offenbar nicht, erläuterte Arendt.
Zelle wird zum Absterben gebracht
In deren Gehirnen stellten die Forscher seinen Angaben zufolge eine hohe Zahl dieser gestörten Zellen fest. Erst im schwersten Stadium der Krankheit sinke die Zahl wieder. Dies wirke so, als ob eine in der Hirnentwicklung nicht vorgenommene Regulierung nachgeholt werde, erklärt Arendt. In diesem Stadium werde aber die ganze Zelle zum Absterben gebracht.
Bisher würden die Forscher davon ausgehen, dass es bei der angeborenen Störung ähnlich wie bei psychischen Krankheiten im Gehirn der Betroffenen eine Veranlagung gebe, erklärte der Wissenschaftler. Dies müsse nicht bedeuten, dass jeder von der Hirnentwicklungsstörung Betroffene auch Alzheimer-Patient werde. Wie hoch jedoch die Wahrscheinlichkeit ist, müssten nachfolgende Untersuchungen zeigen.
Das Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung in Leipzig forscht nach eigenen Angaben bereits seit 25 Jahren im Bereich der Alzheimer- und Demenzerkrankungen. Die Alzheimersche Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Zwei Drittel der Betroffenen leiden nach Angaben Arendts daran. (kna)
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