Erstellt 29.07.10, 13:13h, aktualisiert 29.07.10, 13:47h
Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 10,3 Prozent und ist damit wieder über die Zehn-Prozent-Marke gestiegen, nachdem sie im Mai und Juni mit 9,9 Prozent erstmals nach langer Zeit im einstelligen Bereich gelegen hatte. Arbeitsagentur-Chef Peter Welters hatte den Anstieg der Erwerbslosenzahl jedoch bereits prognostiziert: "Das ist eine saisonale Delle", meinte er. "Der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist vor allem auf das Schuljahres- und Ausbildungsende, den Kündigungstermin zum Quartalsende und die durch den Ferienbeginn eingeläutete Sommerpause zurückzuführen." Auch im August sei mit diesem "Sommerloch" auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen.
Nichtdestotrotz verlaufe die Entwicklung des Kölner Arbeitsmarktes weiterhin zufriedenstellend, was man Anfang des Jahres so nicht erwartet habe. Allerdings spielten arbeitsmarktpolitische Aktivitäten nach wie vor eine große Rolle: "Ohne den dadurch resultierenden Entlastungseffekt - die Kurzarbeit ist hierbei nicht berücksichtigt - läge die Arbeitslosigkeit bei gut 74.000", merkte Welters an. Außer den 53.186 offiziell ausgewiesenen Arbeitslosen suchen 17.335 weitere Menschen eine Beschäftigung; sie nehmen derzeit etwa an Förderungsmaßnahmen oder Seminaren teil und werden in der Statistik deshalb nicht als arbeitslos gezählt.
Immer mehr junge Arbeitslose
Große Unterschiede gab es dagegen bei den einzelnen Altersgruppen: Während die Zahl der 25- bis unter 50-jährigen Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp sieben Prozent zurückging, stieg die Arbeitslosigkeit in der jungen Altersgruppe unter 25 Jahren um vier Prozent an. Damit liegt die Jugend-Arbeitslosenquote mit 10,7 Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem stadtweiten Durchschnitt. Welters ist jedoch optimistisch, dass ein Großteil besonders der qualifizierten jungen Arbeitssuchenden bald einen Job findet. "Angesichts des erhöhten Fachkräftebedarfs und der zunehmenden Sensibilisierung der Betriebe für die demografische Entwicklung werden sie nach der Sommerpause höchstwahrscheinlich wieder Arbeit finden."
Der saisonale Effekt wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf die Verteilung der Arbeitslosen wirft: Von den 53.186 gemeldeten Arbeitslosen entfallen 13.036 auf das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, welche für die erst seit kurzer Zeit arbeitslos Gemeldeten zuständig ist, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Deren Zahl stieg im Vergleich zum Juni besonders deutlich um 1.530 oder 13,3 Prozent an. Die restlichen 40.150 Arbeitssuchenden werden in der Arge betreut und beziehen Arbeitslosengeld II ("Hartz IV"). Hier gab es eine Steigerung um 736 Arbeitssuchende oder 1,9 Prozent. (ksta)
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