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Domino Day

Eine gewaltige Kettenreaktion

Von Dirk Riße, 26.07.10, 14:51h, aktualisiert 26.07.10, 17:23h

Ein Team der Liebfrauenschule hat 116.000 Domino-Steine zum Kippen gebracht – neuer Rekord. Acht Tage lang haben die Lindenthaler Jungs an dem Parcours getüftelt. Für den Aufbau gab es Hilfe von Bastlern aus anderen Städten.

Domino-Day Liebfrauenschule
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Genau 125.000 Domino-Steine haben die Schüler in der Turnhalle der Liebfrauenschule aufgebaut. 116.000 fielen um. (Bild: Riße)
Domino-Day Liebfrauenschule
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Genau 125.000 Domino-Steine haben die Schüler in der Turnhalle der Liebfrauenschule aufgebaut. 116.000 fielen um. (Bild: Riße)
Domino-Day Liebfrauenschule
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Nach dem Start wrden weitere Domino-Steine eingebaut. (Bild: Riße)
Domino-Day Liebfrauenschule
Lindenthal - Solange es im Raum klackt, solange die kleinen Steine leise surren, strahlen die Gesichter von Simon Stümke (15), Niclas Thumm (17) und den anderen Jungs Zuversicht aus. Zwei bis drei Domino-Steine in der Sekunde und 125 000 an diesem Nachmittag sollen beim „Domino-Day“ in der Lindenthaler Liebfrauenschule fallen. Persönlicher Rekord wäre das für das Schüler-Team - und nebenbei Weltjahresbestleistung. „Die größte Kettenreaktion des Jahres“, nennt es Stümke. Minuten lang läuft alles glatt, aber am Fuß des „Atomreaktors“, dem Turm mit Hunderten von Steinen, verhaken sich die Dominos. Raunen im Publikum, einer der Jungs murmelt einen kleinen Fluch. Aber es hilft nichts, der Turm bleibt stehen, und nur über eine Notlinie kann der Rekordversuch fortgesetzt werden. Am Ende reicht es dennoch: 116 000 Steine hat das Team versenkt - 28 000 Steine mehr als im vergangenen Jahr.

Acht Tage lang haben die Lindenthaler Jungs an dem Parcours getüftelt, der in diesem Jahr technische Erfindungen von der Glühbirne bis zum Internet zum Thema hatte. Sie haben ein 9700 Steine großes Domino-Feld mit dem Gesicht des Nobelpreisträgers Albert Einstein aufgebaut, eine Domino-Wand mit dem Motiv einer Videokassette kreiert und eine Domino-Ringburg als @-Zeichen gestaltet. Die Höchstleistung war nur mit viel Verstärkung möglich: Die Kölner erhielten Hilfe von Bastlern aus Würzburg und Saarbrücken, Lippstadt und sogar aus dem niederländischen Dordrecht.

Domino-Parcours sind längst ein Freizeit-Spaß für junge Szene-Tüftler geworden. Vorbild für viele Parcours-Profis ist die RTL-TV-Show „Domino-Day“, in der das niederländische Team um den Domino-Veteranen Robin Paul Weijers fast jährlich versucht, den - eigenen - Weltrekord zu knacken, derzeit vier Millionen Steine (2009). Auch im Internet-Portal Youtube hat sich mittlerweile eine rege Szene von etwa 2000 Domino-Fans bundesweit gebildet, die ihre Shows akribisch ins Netz stellt. Das Team der Liebfrauenschule genießt hier einen guten Ruf. „In Youtube sind wir mittlerweile die Besten“, sagt Stümke.

Vom Weltrekord können die Schüler derzeit allerdings nur träumen: „Das geht nur mit Sponsoren, alleine die Steine kosten 200 000 Euro“, sagt Stümke. Den deutschen Rekord haben die Schüler dagegen fest im Visier: „280 000 Steine könnten wir einmal knacken“, meint Thumm (17). Immerhin stimmt schon einmal das Material: Die Kölner verwenden wie Rekordmann Weijers acht Gramm schwere Steine. „Die handelsüblichen Dominos sind viel zu leicht“, sagt Stümke. „Die kippen oft nach allen Seiten weg. Nur nicht in die, in die sie eigentlich kippen sollen.“



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