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Pedelec

Rad mit eingebautem Rückenwind

Erstellt 28.07.10, 12:06h

Radfahren ohne Anstrengung - bei den so genannten Pedelecs macht das ein eingebauter Hilfsmotor möglich. Unsere Autorin hat den Test gemacht und im Urlaub ihr Fahrrad für drei Tage gegen ein Rad mit Motor getauscht.

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Unsere Autorin auf dem Pedelec (Bild: Kreutzer)
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Unsere Autorin auf dem Pedelec (Bild: Kreutzer)
Ich bin immer viel und gerne Fahrrad gefahren. Es war praktisch, weil man in Köln eh keinen Parkplatz für sein Auto findet und sich nebenbei noch ein bisschen bewegt. Doch seit ich im letzten Jahr an der Lunge operiert wurde, sind meine Leistungsfähigkeit und Ausdauer stark eingeschränkt. So stark, dass ich selbst im flachen Köln Probleme habe, über längere Strecken ein Tempo zu halten, dass mich als Verkehrsteilnehmer qualifiziert und nicht zum Verkehrshindernis werden lässt. Ein bisschen Unterstützung beim Radfahren wäre also ideal für mich. Ich habe deshalb für drei Tage mein Fahrrad gegen ein Pedelec getauscht und getestet, welche Vor- und Nachteile die neuen Räder mit elektrischer Verstärkung bieten.

Ein Pedelec ist ein Fahrrad, bei dem der Fahrer von einem Elektromotor unterstützt wird, wobei der Motor nur dann Schub liefert, wenn der Fahrer selbst auch Eigenleistung bringt. Die Zuleistung des Elektromotors lässt sich bei meinem Pedelec in drei Stufen einstellen. Bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde trägt der Motor zum Antrieb bei, möchte ich schneller fahren, muss ich das aus eigener Kraft schaffen.

Bei Fahrrädern mit Motoren wird zwischen E-Bikes und Pedelecs unterschieden. Beide haben Elektromotoren, doch während bei Pedelecs der Motor den Fahrer nur unterstützt, solange dieser selbst in die Pedale tritt, kann bei einem E-Bike der Motor auch alleine für Fahrt sorgen. Daher gelten die Pedelecs, anders als die E-Bikes, nicht als motorgetriebenes Fahrzeug und benötigen kein grünes Kennzeichen. Weder ein Führerschein noch ein Helm sind für das Fahren eines Pedelecs Pflicht, letzterer ist im Straßenverkehr jedoch grundsätzlich sinnvoll.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich mein Pedelec, Modell Heilbronn von der Marke Victoria, nicht sonderlich von einem klassischen Damenrad. Die Bedieneinheit am Lenker könnte auch ein Tacho sein und der Antriebsmotor ist gut im Kettenschutz versteckt. Nur der Akku, der am Rahmen sitzt, verrät, dass ich mir beim Radfahren helfen lasse. Ansonsten ist mein Pedelec ausgestattet wie jedes herkömmliche straßentaugliche Fahrrad, inklusive einer Siebengang-Narbenschaltung.

Einfaches Wiederaufladen

Beim ersten Anfahren ist die Unterstützung durch den Motor zunächst ungewohnt, da das Rad ohne die übliche Anstrengung schnell Fahrt aufnimmt. Es dauert jedoch nicht lange, bis ich mich daran gewöhnt habe. Einmal losgefahren, tut der Elektromotor seinen Dienst weitgehend alleine und vor allem geräuscharm. Für mich ist es toll, ein normales Fahrtempo halten zu können ohne völlig aus der Puste zu sein. Ich überhole sogar ein paar andere Radfahrer und bin trotzdem noch in der Lage, mich während der Fahrt zu unterhalten. Das anderen Radfahrern der Motor nicht auffällt, finde ich angenehm. Dabei sind die Reaktionen von Passanten ausschließlich positiv, wenn jemand beim Abstellen des Rades den Akku entdeckt. „So ein Bescheisserle-Rad hätte ich auch gerne“, sagt ein älterer Herr zu mir.

Dadurch, dass sich der Antrieb im Kettenschutz am Tretlager und somit in der Mitte des Rades befindet, ist das Fahrrad gut ausbalanciert und fährt sich wie ein normales Fahrrad. Der relativ tief sitzende Akku sorgt für einen günstigeren Schwerpunkt als ein Akku, der etwa auf dem Gepäckträger sitzt. Über das Bedienelement am Lenker lässt sich die Unterstützung in drei Stufen zuschalten. Bei einer Steigung oder aufkommendem Gegenwind lässt sich so die Anstrengung nicht nur durch einen kleineren Gang reduzieren sondern auch durch das Hochschalten des Antriebs.

Bei ausgeschaltetem Motor macht sich das hohe Eigengewicht bemerkbar. Ich bin zwar in der Lage, weiterzufahren, es ist aber deutlich anstrengender als mit meinem alten Fahrrad. Das Pedelec ist nicht so schwer, als dass ich es nicht kurz anheben könnte, aber in den Keller, geschweige denn wieder herauf bekomme ich es definitiv nicht.

Akku reicht für zwei Tage

In meiner Probephase reichte der Akku für zwei Tage, obwohl ich relativ oft den Motor auf höchster Stufe habe laufen lassen. Das Aufladen ist unproblematisch. Musste man früher oft das ganze Fahrrad in die Nähe einer Steckdose bringen, lässt sich bei den neuen Pedelecs der Akku leicht herausnehmen und über ein Ladegerät bequem in der Wohnung laden. Am Rad wird der Akku mit einem Schloss gesichert. So kann man den Akku am Fahrrad lassen, wenn man es unterwegs abstellen möchte, ohne Sorge zu haben, dass er geklaut wird.

Nach dreitägiger Probephase hat mein Pedelec den Test bestanden: Ich finde, es fährt sich ausgezeichnet. Die Bedienung ist einfach und vor allem alltagstauglich. Nur dass ich nicht weiß, wie ich es in Keller und wieder heraus bekommen soll, bleibt ein Nachteil. (bfh)



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