Von Torben Richter, 26.07.10, 17:10h, aktualisiert 26.07.10, 18:24h
Bei Rußrindenkrankheitsbefall welken und fallen die Blätter, auch Äste in der Krone sterben ab. Die Rinden der Stämme reißen auf und legen großflächige rußartige Beläge frei. Der Pilzbefall führt zum Tod der Bäume; binnen einer Vegetationsperiode vom Spätsommer bis zum Frühjahr sterben sie ganz ab.
Zum ersten Mal trat die Rußrindenkrankheit in größeren Schüben in den späten 1940er Jahren in Großbritannien auf. Im Trockenjahr 2003 mehrten sich Fälle in ganz Westeuropa. „Daher ist die Krankheit nichts Neues, aber für uns ist sie in diesen Dimensionen neu“, erklärt Joachim Bauer vom Grünflächenamt. Begünstigend für die rapide Ausbreitung in diesem Jahr seien die lang anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate.
Doch nicht nur für die Bäume ist der Pilzbefall bedrohlich: Auch Menschen können durch das Einatmen der Pilzsporen krank werden. Insbesondere Allergiker sind gefährdet. Wie Gerhard Wiesmüller vom Gesundheitsamt erläutert, kann das Einatmen der Sporen zu Entzündungen der Lungenbläschen führen. Atembeschwerden und Fieber seien meist die Folge. In Nordamerika, wo die Rußrindenkrankheit weit verbreitet ist, leiden viele Waldarbeiter unter den Symptomen. „Daher ist es besonders wichtig, dass befallene Bäume sofort gefällt und verbrannt werden“, sagt Joachim Stuffrein vom Grünflächenamt.
In Köln ist hauptsächlich die linke Rheinseite betroffen. In Ossendorf, Vogelsang und Bocklemünd wurden zahlreiche befallene Bäume entdeckt. Rechtsrheinisch ist bisher nur ein Fall in Humboldt-Gremberg bekannt. Auch am Fühlinger See sind Gruppen von Bergahorn-Bäumen erkrankt. Da der See ein beliebtes Ausflugsziel ist, birgt der Befall laut Wiesmüller hier besondere Gefahren. „Wenn jemand ein Lagerfeuer macht und Äste von kranken Bäumen absägt, gelangen natürlich sehr viele Pilzsporen in die Luft.“ Die Arbeiter, die jetzt die Bäume fällen, müssen daher unbedingt besondere Schutzkleidung tragen.
Auch aus Gründen der Verkehrssicherheit sei das schnelle Entfernen notwendig, da die absterbenden Bäume auf Fußwege oder Fahrbahnen stürzen können.
Das Grünflächenamt bittet, den Fund erkrankter Bäume unter Tel. 0221 / 221 384 17 zu melden. Betroffene Ahorn-Exemplare auf Privatgrundstücken sollten von Baumpflege-Unternehmen gefällt werden.
Sträucher auch gefährlich?
27.07.2010 | 17.27 Uhr | togi
Ich frage deshalb, da die Stadt das ganze Jahr über Sträucher rigoros bis unmittelbar über die Wurzel rodet, so dass nur noch Stümpfe aus dem Boden…
Für Menschen gefährlich?
27.07.2010 | 08.04 Uhr | rattusrex
Wenn das so ist, muss was getan werden! Allerdings frage ich mich, ob das nicht eine neue Strategie des Grünflächenamtes ist, mit diesem neuen…
Mit welchem Personal fällen?
26.07.2010 | 19.46 Uhr | togi
War es nicht so, dass bei dem Desaster am Aachener Weiher nicht genug Personal zur Verfügung stand, um die toten Fische von den Wegen zu holen? Dafür…
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