Von Markus Decker, 26.07.10, 22:32h
„Die Forderung steht nicht auf der Agenda der Bundesregierung“, betonte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Er verwies darauf, dass der Verzicht auf Rentenkürzungen bei positiver Konjunkturentwicklung in späteren Jahren wieder ausgeglichen werden solle. Damit komme es auch nicht zu einem besonderen Opfer zulasten der jüngeren Generationen.
Kampf dem Brüderle
Der Sozialverband VdK sagte Brüderle den Kampf an. „Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt des Staates, sondern ist der Lohn für die Lebensleistung von 20 Millionen Menschen, die jahrzehntelang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben“, erklärte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, Brüderle zurückzupfeifen. Er verunsichere ohne Not die Rentner. Der Vize-Chef der Senioren-Union, Leonhard Kuckart, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Herr Brüderle leidet an Profilierungssucht. Ich nehme das nicht ernst.“ Man müsse über das Thema „ernsthaft diskutieren“. Doch er verunsichere nur die alten Menschen.
Unterstützung erhielt der Wirtschaftsminister hingegen aus der eigenen Partei. FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Auf lange Sicht müssen sich Renten und Löhne im Gleichschritt bewegen. Sonst muss der Haushalt einspringen.“ Er fügte aber hinzu: „Es macht keinen Sinn, die Pferde scheu zu machen. Es gibt im Bundestag keine Mehrheit für eine Abschaffung der Rentengarantie.“ Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, ging noch weiter: „Die Abkoppelung der Renten von der Lohnentwicklung ist unfair. Das wird so auf Dauer nicht funktionieren, sondern entweder in höheren Schulden oder in höheren Steuern enden. Die Rentengarantie der großen Koalition war ein Fehler. Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, ihn zu korrigieren.“
Unterstützung für Brüderle aus der Union
Auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael Fuchs, sprang dem Liberalen bei: „Ordnungspolitisch hat Brüderle nicht unrecht. Die Rentengarantie ist gegenüber künftigen Generationen hoch ungerecht. Es kann nicht sein, dass die Löhne sinken, die Rente aber nicht.“ Das Ganze sei „im Moment“ nur deshalb „kein Thema“, weil die Löhne stiegen.
Der Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle an der Saale, Ulrich Blum, äußerte sich mit Blick auf Brüderle noch deutlicher: „Da hat endlich jemand zur Vernunft zurück gefunden.“ Die Rentengarantie sei „eine Panikreaktion in der Wirtschaftskrise gewesen, die durch nichts zu rechtfertigen war. Die Arbeitnehmer werden dadurch einseitig belastet. Zudem ging es noch nie einer Rentnergeneration so gut wie der gegenwärtigen.“ Die Garantie müsse weg, so Blum - „je früher, desto besser“.
FDP-Minister: Brüderle gegen starke Lohnerhöhungen
Hintergrund: Rente und Generationenvertrag
Warum lallt Brüderle???
29.07.2010 | 20.21 Uhr | Terror_Sommer
Egal, wo diese Witzfigur von der 3%-Ellenbogenpartei FDP auftritt, da lallt er in die Mikros, ohne dass man ihn versteht. Woran liegt das? Am Dialekt…
Betrüger
28.07.2010 | 15.04 Uhr | Vossibaer
Erst wird das Rentengeld mit offenen Händen rausgeworfen an Leute die nie hier eingezahlt haben oder auch anderweitig zweckentfremdet und dann sollen…
Marktradikalismus a la FDP...
28.07.2010 | 04.45 Uhr | Moneypennie
..wird dieses Land genau dorthin führen wo es sich spätestens seit Kohls Abgang trotz aller Warnungen hinbewegt: In einen langen Tunnel und gegen die…
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