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Studierende

Kaum Mittel für Stipendienprogramm

Von Kerstin Meier, 27.07.10, 21:39h, aktualisiert 28.07.10, 08:34h

Nur 0,3 statt der anvisierten 10 Prozent der Studenten werden durch das Programm der Bundesregierung gefördert. Die Zahl der Geförderten soll jährlich steigen. Die Mittel der staatlichen Begabten- Förderwerke werden gekürzt.

Stipendienprogramm
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Für die Studierenden soll es jetzt doch nicht so viele neue Stipendien geben wie ursprünglich geplant. (Bild: dpa)
Stipendienprogramm
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Für die Studierenden soll es jetzt doch nicht so viele neue Stipendien geben wie ursprünglich geplant. (Bild: dpa)
KÖLN - Eine zweite Säule der Studentenförderung neben dem Bafög sollte das neue Stipendienprogramm werden. Doch erst mal wird es wohl nur ein Säulchen. Eigentlich wollte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Zukunft insgesamt zehn Prozent der leistungsstärksten Studierenden mit 300 Euro pro Monat unterstützen. Das wären 160.000 Studierende - zusätzlich zu den zwei Prozent, die im Moment schon ein Stipendium bekommen. Im Haushalt für 2011 sind dafür allerdings nur zehn Millionen Euro vorgesehen - was gerade mal für 6000 Studenten beziehungsweise 0,3 Prozent aller Studierenden reicht.

Auf Anfrage des SPD-Haushaltspolitikers Klaus Hagemann gab das Bildungsministerium (BMBF) an, im Zuge eines „nachhaltigen, sukzessiven Aufbaus“, sollten jedes Jahr 0,3 Prozent zusätzliche Studierende folgen. „Wenn man die Geschwindigkeit beibehält, dauert das ja Jahrzehnte, bis die 160 000 erreicht sind“, sagt Hagemann. „Das ist eine Veräppelung der Studierenden.“ Der Bundesvorstand der Juso-Hoschulgruppen kommentierte: „Damit können Merkel und Schavan das elitäre Stipendienprogramm gleich komplett über Bord werfen und das Geld endlich für die überfällige Bafög-Erhöhung sinnvoll nutzen.“

Gleichzeitig zum schrittweisen Aufbau des Stipendienprogramms plant das BMBF, die Mittel für die Begabtenförderwerke zu kürzen - nach Angaben von Hagemann um „mehr als 65 Millionen Euro“. Darin sieht das BMBF allerdings keinen „dramatischen Rückgang“ - vielmehr entstünden durch Überschüsse aus dem Jahr 2010 zusätzliche „Spielräume“. Die staatlichen Begabtenförderwerke fördern im Moment ein Prozent aller Studierenden. „Das Ein-Prozent-Ziel haben wir 2009 erreicht - und wenn es gehalten werden soll, können die Mittel nicht gekürzt werden“, sagt Lothar Knatz, Leiter des evangelischen Studienwerks Villigst.

„Es ist schon sehr seltsam, das bei den Förderwerken gespart werden soll. Denn dort gibt es schon gut funktionierende Strukturen, die des Stipendienprogramms müssen erst mühsam aufgebaut werden“, sagt Klaus Hagemann. Eine Aufgabe, die allein an den einzelnen Hochschulen hängen bleibe. Sein Fazit: „Das Stipendienprogramm musste schnell hochgezogen werden und ist nicht genügend durchdacht.“

Vor knapp drei Wochen wurde das Programm im Bundesrat verabschiedet. Die Länder hatten erst zugestimmt, als Schavan versprach, die Mittel von 150 Millionen Euro würden komplett vom Bund übernommen. Weitere 150 Millionen Euro sollen die Hochschulen bei der Wirtschaft einwerben.



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