Schriftgröße

Kunst

Galerie Nagel schließt in Köln

Von Damian Zimmermann, 27.07.10, 21:10h

Christian Nagel schließt im November seine Galerie an der Richard-Wagner-Straße. Der Grund: die gestiegene Miete für die 150 Quadratmeter großen Räume. Dennoch will der Galerist auch weiterhin in der Stadt Präsenz zeigen.

Christian Nagel
Bild vergrößern
Christian Nagel. (Bild: Galerie)
Christian Nagel
Bild verkleinern
Christian Nagel. (Bild: Galerie)
Christian Nagel wird im November seine Galerie an der Richard-Wagner-Straße aufgeben, wie er auf Anfrage bestätigt. Bereits jetzt steht im Schaufenster unübersehbar „Zu vermieten“. Als Grund nennt Nagel die gestiegene Miete für die 150 Quadratmeter großen Räume. Damit will der Wahlkölner der Stadt aber nicht den Rücken kehren, wie er betont: „Ich mache nicht zu!“

Neben seiner Galerie in Berlin und der erst im Mai eröffneten in Antwerpen behält Nagel im Belgischen Viertel sein Büro und will von dort aus ab April 2011 jährlich zwei bis vier Ausstellungen an wechselnden Orten in Köln veranstalten. So hat er es bereits Mitte der 90er Jahre gemacht hat. Die Monate November bis Februar / März seien für ihn als Galeristen hingegen eher uninteressant. „Ich will mich deshalb momentan nicht binden.“

Die Galerie Christian Nagel zählt zu den wichtigsten im Rheinland und vertritt Künstler, die - so die Selbstdarstellung - „mit ihren Arbeiten gesellschaftlich und politisch Stellung beziehen“. Die Eröffnungsausstellung in Köln 1990 war die erste Einzelausstellung von Cosima von Bonin. Es folgten Künstler wie Michael Krebber, Heimo Zobernig, Mark Dion, Clegg & Guttmann, Kai Althoff, Josephine Pryde, Merlin Carpenter, Sven Johne, Martha Rosler und Stephen Willats. 50 Ausstellungen hat Nagel am derzeitigen Standort veranstaltet, insgesamt seien es in 20 Jahren Köln 167 gewesen. Gleichzeitig betonte Nagel immer, dass gerade auch das Messegeschäft enorm wichtig für ihn sein, weshalb er aktuell auf fünf Messen vertreten ist. Die Eröffnung der Antwerpener Galerie sei für ihn ebenfalls eine günstige Gelegenheit gewesen, die Anmietung der 220 Quadratmeter großen Galerie allerdings auf ein Jahr beschränkt.

Überraschend kommt die Meldung auch für die anderen Galeristen. Thomas Rehbein, Sprecher der Kölner Galerien, bedauert die Schließung und bezeichnet sie als „einen ziemlichen Verlust für Köln“, vor allem in der momentanen Situation, in der man endlich wieder optimistisch nach vorne schaue. Positiv bewertet er allerdings, dass Nagel sich Gedanken mache „und neue Modelle entwickelt“.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


WAS.WANN.WO.


Bildergalerien


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Studio DuMont


Video


Kolumne


Extra


Stadtmenschen Community


Extra


Die andere Meinung


ksta shop


Links


Dienste