Von Uwe Schäfer, 28.07.10, 13:55h
„Es ist ein Kunstprojekt“, betont die betreuende Lehrerin Ulrike Güßgen. Man habe vor einem Jahr die in Berlin lebende Künstlerin Valentina Pavlova gewinnen können, das Projekt zu begleiten. Diese habe sich bereits in der Vergangenheit mit dem Thema auseinander gesetzt. „Ich habe anfangs im Großraum Köln recherchiert, wie die Nazis viele deutsche Kinder, die aufgrund ihrer Behinderungen als nicht lebenswert angesehen wurden, umgebracht haben“, so die Künstlerin. Von etwa 30 so genannten Kinderfachabteilungen, wo diese Morde geschehen sind, sei die in Hademar eine der bekanntesten gewesen.
Der „Garten der Zukunft“ sei auch möglich geworden durch die finanzielle Unterstützung der Bonner Montag-Stiftungen und durch die Unterstützung des Gartenbaumeisters Frank Rest, der Ende Oktober 2009 die Anpflanzung des etwa 50 Meter Durchmesser umfassenden Baumkreises sachkundig leitete. Zur Vorbereitung der Installation auf dem Parkgelände hatte sich der gesamte achte Jahrgang des Gymnasiums - insgesamt 32 Schülerinnen und Schüler - seit August 2009 mit den Einzelschicksalen von 20 Kindern und Jugendlichen auseinander gesetzt, die zwischen 1939 und 1945 getötet worden waren. „Wir haben aber auch über die aktuelle Situation behinderter Kinder und Jugendlicher diskutiert“, erzählt Güßgen. Die Schüler erkundeten dabei auch andere Bezüge zur Gegenwart und gingen Fragen nach dem heutigen Umgang mit körperlich und geistig eingeschränkten Menschen nach. „Dabei stießen sie auf immer wiederkehrende Muster von Gewalt, Ausgrenzung und Abwertung“, sagt die betreuende Lehrerin.
Lebendig gehalten wird der „Garten der Zukunft“ durch das Genoveva-Gymnasium selbst. Die fortlaufende Pflege und Bewahrung wird von Jahr zu Jahr an die nachfolgende Schülergenerationen weitergegeben. Zudem soll die Installation durch unterschiedliche Aktionen wie Lesungen, Theater- oder Musikaufführungen als kreativ-produktiver Arbeitsort für die Schule und durch die Schule genutzt werden. Der Baumkreis ist natürlich auch für andere Interessierte und Gruppen aus dem Stadtteil frei zugänglich.
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