Von Christoph Seemann, 28.07.10, 13:31h
Deshalb wurde im Rahmen der Medienprojekt-Reihe „KölnBlicke“, einer Initiative der sk Stiftung Jugend und Medien der Sparkasse Köln-Bonn und des Geographischen Instituts der Universität zu Köln das „Geocaching“-Projekt für junge Schüler entwickelt. Im Geographischen Institut der Uni wurde es nun auch vorgestellt
„Geocaching“ - das seit vielen Jahren weltweit von Hobby-Abenteurern betrieben wird - ist tatsächlich vergleichbar mit einer „modernen Schnitzeljagd“: Die Fünftklässler bekommen ein GPS-Gerät, das aber keine Routen vorgibt, sondern die geographischen Koordinaten des eigenen Standortes und des Zieles zeigt. Durch Rätsel, erdacht von den Erstellern des Caches, können die Kinder die jeweils nächsten Koordinaten herausfinden und sich so durch das Viertel bewegen.
So lernen die Mädchen und Jungen spielerisch den Umgang mit der modernen Technik. Außerdem wird der Orientierungssinn geschult, da die Schüler nur die Richtung angegeben bekommen, in der der Zielort liegt, nicht aber die Route dorthin.
An dem „KölnBlicke“-Projekt nahmen zur Vorbereitung auf das neue Schuljahr das Erich-Kästner-Gymnasium in Niehl, das Lessing-Gymnasium und die Anna-Freud-Schule in Müngersdorf, eine integrative Gesamtschule, teil. Die Schüler der 11er Geographiekurse entwickelten mit Unterstützung von Kölner Geographiestudenten ihre Caches. Diese wurden bereits von Schülern der fünften und sechsten Klassen der Schulen getestet.
Die Caches waren fantasievoll: Am Lessing-Gymnasium etwa gab es den „Piratencache“, bei dem die Kinder eine Flaschenpost und Schätze in Bäumen finden oder sich der Morsesprache bedienen mussten, um die Koordinaten herauszubekommen. Stets wurde darauf geachtet, dass die Schüler den neuen Stadtteil auch wirklich kennenlernen, dass also die Zielkoordinaten zu wichtigen Orten im Veedel führen.
Schülerin Katja Liesig aus der Stufe „11“ führte ihre Fünftklässler mit einem „Heldencache“ durch Zündorf: „Wir haben darauf geachtet, dass die Schüler Straßen nur an Stellen überqueren, wo es Ampeln oder Zebrastreifen gibt“, sagte sie: „Ich war erstaunt, wie schnell die Kinder die Technik verstanden haben. Solch eine Suche führt auch den neuen Klassenverband schnell zusammen.“
Ob und in welchem Ausmaß die Caches an den Schulen institutionalisiert werden, ist noch nicht beschlossen: „Da müssen vor allem die Lehrer engagiert bleiben“, meinte Schülerin Katja, „wir Oberstufenschüler sind ja nicht mehr lange da.“
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