Von Uwe Schäfer, 28.07.10, 15:16h
„Zum Kurs gehörten eine Prüfung der erworbenen Fähigkeiten, ein zweiwöchiges praktisches Training im Krankenhaus oder in einem Altenzentrum und zum Abschluss ein Bewerbungstraining“, berichtet Susanne Rabe-Rahman vom Leistungsbereich Integration und Beratung des Caritasverbands Köln. Ihr Verband führte diesen Sprachkurs, der sich durch seine Kombination mit beruflicher Qualifizierung von anderen unterscheidet, erstmals durch. Finanziert wurde er im Rahmen eines EU-geförderten Projekts „Bunt in die Zukunft“, das Flüchtlingen und Bleibeberechtigten helfen soll, Perspektiven für eine Sicherung ihres Aufenthaltes zu schaffen. Rabe-Rahman: „Und was ist besser geeignet als die Grundlagen zu schaffen, Geld zu verdienen und somit wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen.“ Die Maßnahme habe der Caritasverband in Kooperation mit dem Malteser-Hilfsdienst konzipiert und umgesetzt.
Die Frauen brachten unterschiedliche schulische und berufliche Vorkenntnisse mit. „Doch alle einte ihre außergewöhnliche Motivation“, so Rabe-Rahman. So seien alle - sie leben in Köln, Leverkusen und im Rhein-Erft-Kreis - immer pünktlich zum Unterricht erschienen. Und das, obwohl viele von ihnen allein erziehende Mütter seien.
Eine große Chance
„Das war manchmal mit riesigem organisatorischem Aufwand verbunden“, erzählt Christina Schüler, die für die Projektkoordination verantwortlich ist. Man habe schließlich die Betreuung der Kinder sichern müssen. „Das war für uns eine große Chance“, erklärt Nathalie Tatula, eine der frisch gebackenen Pflegehelferinnen. Und ihre Mitschülerin Ines Bengo betont: „Wir haben nun etwas in der Hand, das wir vorzeigen können.“ Sie habe nicht nur eine Chance bekommen, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, sondern auch neue Menschen kennen gelernt.
Rabe-Rahman betont, dieser Abschluss sei eine gute Voraussetzung für die Frauen, sich beruflich weiter zu bilden. Als Beispiel nannte sie Miriam Arens, eine ehemalige Stewardess aus Malawi. Diese begann ebenfalls als Pflegehelferin und leitet heute das Caritas-Hospiz in Longerich. „Ich bildete mich ebenfalls beständig weiter“, sagte Arens zu den neuen Pflegehelferinnen. Und die Frauen haben Grund zu Optimismus. „Verschiedene Abteilungen der Caritas haben schon große Ohren bekommen“, so Rabe-Rahman. Sie werden wohl einige der Kursteilnehmerinnen einstellen.
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