Erstellt 28.07.10, 19:10h, aktualisiert 29.07.10, 10:27h
Tatsächlich ist in den laufenden Annäherungsgesprächen nichts voran gekommen. Netanjahu will seine Karten nicht aufdecken, solange die Gegenseite nicht zu direkten Treffen bereit ist. Abbas indes möchte vorher genauer wissen, unter welchen Prämissen Israel zu Verhandlungen etwa über Grenzfragen bereit sei. Der Palästinenser-Präsident hatte darauf gesetzt, dass Washington im Falle stockender Gespräche einen eigenen Friedensplan vorlegen würde. Eine Rechnung, die nicht aufging.
Direkte Verhandlungen als Zauberformel
US-Präsident Barack Obama kann sich mit Blick auf die Kongresswahlen im November gar nicht leisten, sich mit der pro-israelischen Lobby anzulegen. Demonstrativ gutes Einvernehmen mit Netanjahu hilft da schon eher. Abbas muss derweil aufpassen, nicht als Verweigerer dazustehen, der am Ende die Gunst Obamas und damit den internationalen Rückhalt für einen palästinensischen Staat verliert. Zumal das Zauberwort der direkten Verhandlungen immer größere Runden macht. So appellierte auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy an Abbas, sich schnellstmöglich mit den Israelis an einen Tisch zu setzen, versehen freilich mit dem Zusatz, dass der am 26. September auslaufende Siedlungsstopp verlängert werden müsse. Ob das mit den nationalrechten Koalitionären Netanjahus zu machen ist, steht dahin.
Netanjahu ist daran gelegen, sich im Vorfeld des heiklen Datums als Verfechter eines Neustarts im Friedensprozess zu profilieren. Schließlich kommen am heutigen Donnerstag die Außenminister der Arabischen Liga zusammen. Allerdings dürften auch sie ihr Ja zu direkten Verhandlungen an ähnliche Bedingungen wie die Palästinenser knüpfen: ein klares Wort seitens Obamas zu einer Zwei-Staaten-Lösung auf Basis der Grenzen von 1967.
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