Von Eva Roth, 28.07.10, 20:30h
Wo entstehen neue Jobs?
In jüngster Zeit sind vor allem im Dienstleistungssektor Arbeitsplätze entstanden, und dieser Trend wird sich fortsetzen - da sind sich Fachleute einig. Der neue Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass im Juli die Nachfrage nach Arbeitskräften insgesamt gestiegen ist. Viele Unternehmen wollen Leiharbeiter anheuern: Jede dritte gemeldete Stelle ist ein Zeitarbeits-Job. Zudem werden Beschäftigte vor allem im klassischen Dienstleistungssektor gesucht: im Gesundheits- und Sozialwesen, im Einzelhandel und der Gastronomie. Langfristig werden die Beschäftigungsgewinne bei den „unternehmensnahen Dienstleistungen“ besonders stark sein, prophezeit das Institut IAB, das ist das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Firmen werden weiter Dienstleistungen auslagern und auf Zeitarbeit setzen.
Wo fallen Jobs weg?
Viele Bürger sind mächtig stolz auf die weltweit erfolgreiche deutsche Industrie. Für die Beschäftigung wird sie aber künftig eine geringere Rolle spielen - da ist sich der Volkswirt Gerd Zika vom IAB sicher. 1995 waren noch 22,5 Prozent der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe tätig, inzwischen sind es noch etwa 18 Prozent. Und der Anteil werde weiter sinken, sagt Zika in einer Studie voraus. Auto- und Maschinenfirmen würden weiter rationalisieren und deswegen weniger Personal benötigen. Schon heute ist der Servicesektor der wichtigste Jobmarkt: 17,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben einen Dienstleistungsberuf: Sie sind Kaufleute, Erzieherinnen oder Lokführer. Nur sieben Millionen Menschen haben Fertigungsberufe wie Bauarbeiter, Elektriker oder Schlosser.
Welche Jobs entstehen: reguläre oder prekäre?
Zunächst werden Unternehmen vor allem Leiharbeiter und befristet Beschäftigte einstellen. Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt von der wirtschaftlichen Dynamik und der Politik ab, sagt der Arbeitsmarkt-Experte Alexander Herzog-Stein von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Wenn die Wirtschaft über mehrere Jahre spürbar wächst, also um mehr als 1,5 Prozent, dann dürften auch mehr reguläre Vollzeit-Stellen entstehen - das lehre die Erfahrung. Firmen fällt es dann leichter, feste Jobs zu schaffen. Auch die Politik spielt eine wichtige Rolle. Beispiel Sozial- und Gesundheitswesen: Ist der Staat bereit, in diesen boomenden Markt zu investieren? Dann können auch mehr ordentliche Jobs entstehen. Wenn die Politik dagegen vor allem Sparmöglichkeiten sucht, dürfte sich etwa in Kliniken der Trend zur Leiharbeit fortsetzen. Die Löhne werden auch in den nächsten fünf Jahren nur moderat steigen, prophezeit IAB-Fachmann Zika in seiner Studie. Danach werden die Zuschläge üppiger ausfallen. Warum? Weil dann qualifizierte Beschäftigte immer knapper werden.
Wie geht es mit der Langzeit-Arbeitslosigkeit weiter?
Das Problem wird sich nicht von allein lösen, meint Herzog-Stein. Gerade Langzeitarbeitslose und gering Qualifizierte brauchen Hilfe, damit sie wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Mittelfristig gibt es für ihn Grund zur Hoffnung: Sollte sich die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt entspannen, dann hat der Staat mehr Mittel, um sich um Langzeitarbeitslose zu kümmern.
brüderle ist ein "brüderle"
30.07.2010 | 08.38 Uhr | ischdem
und hat keine ahnung - nur seine statistik.....
frau schavan sieht das problem richtig - nun tun sie was und warten sie nicht bis das kind "in den…
wer geth schon "in die Pflege"????
30.07.2010 | 07.15 Uhr | ischdem
bei diesen hungerlöhnen....mindestlohn € 8.50...wenn er überhaupt gezahlt wird.....
und bei diesen auflagen - pfleger sind keine pfleger…
Perspektive auf dem Arbeitsmarkt
29.07.2010 | 11.35 Uhr | Kritika
Es werden viele Kräfte im Gesundheitswesen benötigt. Anstatt den Lohn für den Knochenjob "Pflege und Betreuung" zu erhöhen, damit es für deutlich…
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