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Kommentar zum Stierkampf

Leichter Abschied

Von Christiane Mitatselis, 28.07.10, 21:02h, aktualisiert 28.07.10, 21:03h

Stierkämpfe sind nichts als Tierquälerei. Deshalb ist das Verbot der blutigen Tradition in Katalonien eine richtige Entscheidung. Die dürfte allerdings nicht schwer gefallen sein. In der Region ist das Gemetzel ohnehin eher selten.

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In Katalonien jetzt Vergangenheit: Der Kampf Mann gegen Stier. (Bild: dpa)
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In Katalonien jetzt Vergangenheit: Der Kampf Mann gegen Stier. (Bild: dpa)
Dass der Stierkampf ab dem Jahr 2012 in der spanischen Provinz Katalonien verboten sein wird, ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Stierkampf ist ein widerliches, blutiges Spektakel und hat in einem aufgeklärten Land nichts zu suchen. Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway, der den Stierkampf vor 50 Jahren als archaischen Kampf zwischen Mann und Tier verklärte, war ein träumender Macho. Stierkampf hat keinen höheren Sinn, er ist nichts als gemeine Tierquälerei.

Allerdings wird die „Corrida de Toros“ so schnell nicht aus Spanien verschwinden. In Katalonien, das traditionell mehr mit der mitteleuropäischen als der zentralspanischen, kastilischen Kultur verbunden ist, gibt es nur wenige Stierkämpfe. Deshalb fällt den Katalanen der Abschied auch leicht. Anders sieht es etwa in Madrid oder Sevilla aus. Dort finden die wichtigsten „Corridas“ statt, die Toreros werden oft wie Popstars gefeiert.

Dass die Entscheidung in Katalonien aber Spaniens sozialdemokratische Regierung motivieren könnte, in der näheren Zukunft ein landesweites „Corrida“-Verbot zu verhängen, ist unwahrscheinlich. Zwar lehnen viele fortschrittliche Politiker den Stierkampf ab. Die Empörung konservativer Kreise, denen die Befürworter mehrheitlich angehören, ist aber jetzt schon enorm. Sie stilisieren das „Corrida“-Verbot theatralisch zu einem Einschnitt in die Freiheit der Bürger. In der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte, die Spanien gerade durchlebt, wird sich die Regierung nicht auch noch ein Stierkampf-Problem aufhalsen wollen.



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