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studio dumont

Debatte mit Flirtversuch

Von Jan W. Brügelmann, 28.07.10, 22:45h, aktualisiert 29.07.10, 09:51h

Erstmals sind Hannelore Kraft und Oppositionsführer Karl-Josef Laumann gemeinsam aufgetreten. Im studio dumont diskutierten sie über die Loveparade und die Schulreform in NRW. Und sogar ein Flirt deutete sich an.

Kraft Laumann
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Hannelore Kraft und Karl-Josef Laumann im studio dumont. (Bild: Worring)
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Hannelore Kraft und Karl-Josef Laumann im studio dumont. (Bild: Worring)
KÖLN - Wo immer Menschen in diesen Tagen zusammenkommen, wird sich das Gespräch schnell um die Loveparade-Katastrophe von Duisburg drehen. So geschehen auch beim einem ersten öffentlichen Auftritt der neuen Regierungschefin von Nordrhein-Westfalen und des neuen Oppositionsführers im Düsseldorfer Landtag. Hannelore Kraft (SPD) und Karl-Josef Laumann (CDU) betonten übereinstimmend, dass restlose Aufklärung erfolgen müsse, diese aber wohl Zeit brauche, um am Ende die Schuldfrage zweifelsfrei beantworten zu können. In der Sendung „Streitfragen“ des Deutschlandfunks aus dem „studio dumont“ bekräftigte Kraft ihren Vorstoß, die Kommunen bei der Planung von Großereignissen künftig durch das Land zu unterstützen. Beide Politiker stimmten mit Blick auf den Duisburger OB Sauerland überein, dass politische Verantwortung nicht gleichzusetzen sei mit persönlicher Schuld und bekräftigten ihre Entschlossenheit, alles daranzusetzen, dass künftig Sicherheitsgebote nicht aufgeweicht oder anderen Kompromissen geopfert werden.

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Die Moderatoren Peter Pauls, Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, und Dieter Jepsen-Föge (Deutschlandfunk) staunten nicht schlecht, weil wohl nicht nur angesichts der Tragödie viel Übereinstimmung herrschte zwischen den Vertretern der beiden unterschiedlichen Lager. In der Sache hart, aber im Ton verbindlich soll es jetzt in der NRW-Politik zugehen. Für Laumann, weil er davon überzeugt ist, „dass eine Gesamtkonzeption für die Zukunft unseres Landes nur von einer großen Koalition durchgesetzt werden kann.“ Für Kraft, weil ihr bekanntermaßen eine Stimme fehlt und die neue Zusammensetzung des Landtags einen Vorgeschmack darauf gebe, wie künftig politische Mehrheiten in einem Fünf-Parteien-System organisiert werden müssen.

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Ein wenig üben müssen die Vertreter der beiden Lager noch. Laumann hatte die Lacher im voll besetzten „studio dumont“ auf seiner Seite, als er den neuen Stil von Rot-Grün wie folgt beschrieb: „Da kommt das Kind an den Strand, macht alle Strandburgen kaputt und fragt dann: 'Wollen wir spielen?'“ Von einer Einigung bei der umstrittenen Schulreform ist man weit entfernt, wobei das Festhalten beider Politiker am Föderalismus in der Schulpolitik im Publikum weitgehend auf Unverständnis stieß. Laumann bekräftigte die CDU-Position, die Schulvielfalt erhalten will und das Gymnasium als unverzichtbares Rückgrat der Bildungspolitik betrachtet. Die Ministerpräsidentin lobte die Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klassen als eine richtige Entscheidung, um Bildungschancen zu verbessern und so auch den Wirtschaftsstandort NRW fit zu machen für die Zukunft. „Außerdem wird die Reform nicht von ober herab bestimmt, sondern die Kommunen bestimmen ihre Schulpolitik selbst“, sagte sie mit Blick auf Mitbestimmung der Bürger. Wie die weitere Strategie der CDU aussehen werde, könne er erst nach Vorlage eines Gesetzentwurfs sagen, hielt sich Laumann etwas bedeckt.

Er habe noch nie einen einen Münsterländer so offen politisch flirten gesehen, meinte Pauls später mit Blick auf den Oppositionsführer. „Attacken bedeuten ja nicht, dass es keine Alternativen gibt“, schmunzelte Laumann.



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