Von Thorsten Moeck, 29.07.10, 21:06h, aktualisiert 30.07.10, 14:30h
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Auf seine Trainerin hört Klöver nicht immer. Hin und wieder steigt er doch auf den Turm und springt aus fünf Metern Höhe ins Becken. Meist mit halber Drehung und anschließendem Kopfsprung. „Salti mache ich kaum noch. Ich habe Angst, dass ich einen Fehler mache“, gesteht Klöver, der für die Telekom-Post Sportgemeinschaft in Bocklemünd startet. Und Fehler beim Kunstspringen können wehtun.
Wenn Adolf Klöver in seinem Haus in Bonn die Jacke an die Garderobe hängt, klimpert es. Überall hängen Medaillen an den Kleiderhaken. Der Wohnzimmerschrank ähnelt der Vitrine eines Sportmuseums. Besonders stolz ist Klöver auf seine Goldmedaille, die er 2009 bei den Europameisterschaften in Sevilla ersprungen hat. Gerade erst ist er Deutscher Meister vom Ein- und Dreimeterbrett in Heilbronn geworden. Am Sonntag startet er in Köln bei den Gay Games - schwul ist er zwar nicht, aber heiß auf Gold.
Früher, das ist etwa 20 Jahre her, hat Adolf Klöver Modellflugzeuge zusammengebaut. Er hat viele Stunden in seinem Keller verbracht und an den Maschinen gebastelt. Doch dieses Hobby hat ein jähes Ende genommen. „Ich hatte acht Abstürze in einem Jahr, das war mir zu teuer“, sagt Klöver. Bei einem Schwimmbadbesuch in Köln sei er dann von einem Bademeister überredet worden, es mal mit Kunstspringen zu versuchen. Damals war Klöver 65 Jahre alt. „Ich bin dann auch zum Training gegangen, habe mir auf dem Trampolin aber gleich beide Handgelenke verstaucht“, erinnert er sich. Anschließend hat er Karriere gemacht.
Es gibt wenige Länder, in denen Klöver noch nicht kopfüber baden gegangen ist und dafür Höchstnoten erhalten hat. Kanada, Georgien, Spanien, Schweden. „Ich bin froh, rauszukommen. So lerne ich die Welt kennen - und viele nette Menschen“, sagt der Kunstspringer. Bei schönem Wetter trainiert er täglich für die Gay Games. In seiner Altersklasse ist die Konkurrenz nicht ganz so groß. Bei internationalen Wettkämpfen seien etwa zehn Springer gemeldet. Über Edelmetall bei den Gay Games würde er sich natürlich freuen. Denn für Medaillen ist immer noch Platz an seiner Garderobe.
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