Von Wilfried Urbe, 29.07.10, 19:10h, aktualisiert 29.07.10, 19:16h
Die Firma ist eine der ersten Adressen, wenn TV-Sender, Produktionsfirmen oder Industrieunternehmen ihre Drehbücher und Konzepte umsetzen wollen. „Dass wir in Köln unseren Hauptsitz haben, liegt nicht nur daran, dass hier meine Heimat ist“, sagt der Geschäftsführer Rudolf Runge, „Köln ist einfach die Fernsehstadt Nummer Eins in Deutschland.“ Den Aufstieg der der Domstadt zur Medienmetropole hat der 48-Jährige hautnah miterlebt, seit er vor 18 Jahren sein Unternehmen gründete und damals selbst noch hinter der Kamera stand, um für ZDF, RTL oder ARD das Weltgeschehen in Dokumentationen und Nachrichtenfilme zu verpacken. Mittlerweile beschäftigt Runge TV im Maarweg-Center 30 feste Mitarbeiter. Die Kamerateams des Unternehmens sind landauf, landab im Einsatz, produzieren derzeit Bildmaterial für die Sendungen „Das perfekte Dinner“, „Der Hundeprofi“, „Die ultimative Chartshow“, „Frontal 21“ oder „Stern TV“.
Selten findet Chef-Kameramann Andreas Linde ideale Bedingungen vor, wenn er Stativ, Kamera und Licht aufbaut - und zwar in den Gärten, Wohnzimmern oder Büros der Menschen, die im Mittelpunkt der jeweiligen Sendungen stehen. Er sagt: „Wir wollen zum einen Wirklichkeit abbilden, zum anderen Stimmungen kreieren, die den Zuschauer vor dem Bildschirm in den Bann ziehen und berühren.“
Erfolgsserien von Runge TV
Eine der von „Runge TV“ mitgestalteten Erfolgsserien ist „Pinguin, Löwe & Co“, die von EncantoTV produzierte ARD-Sendung über Tiere in deutschen Zoos, größtenteils in kalten Wintermonaten realisiert. „Improvisation gehört da zur Tagesordnung, wenn ungünstiges Licht, enge Räume und schlechtes Wetter die Drehbedingungen beeinträchtigen, und das geht nur mit einem top motivierten Team“, sagt der 48-jährige Geschäftsführer.
Auch bei dem Verkuppelungs-Programm „Bachelorette“ standen in der südfranzösischen Villa die Kölner hinter den Kameras. „Der Dreh im Auftrag von Brainpool war ein echtes Highlight. Denn diese technisch und logistisch extrem aufwändige Produktion war eine Herausforderung in jeder Hinsicht“, erinnert sich Kameramann Mike Förster. „Wir drehten bei 50 Grad in der Sahara und bei Minus 20 Grad auf Gletschern, mussten ständig improvisieren und trotzdem »Hochglanz« abliefern.“
Mittlerweile konzentriert sich das Unternehmen nicht mehr nur auf den Fernsehbereich. Denn das Bewegtbild ist auch für mittelständische Unternehmen infolge global vernetzter Kommunikationsaufgaben ein großes Thema. Unter anderem hat Runge TV Internet-Filme für „Netmoms“, das Deutsche Gesundheitsfernsehen, die Bayer AG und den Rheinischen Landschaftsverband produziert.
Runge weist dabei auch darauf hin, dass die größeren Bandbreiten im Web, die Ansprüche der Kunden erhöhen würden: „Das bedeutet, dass auch im Internet zunehmend in HDTV Qualität produziert wird. In Zukunft wird es auch nicht reichen, nur mal einen Film zu machen und diesen auf der Internetseite zu platzieren. Hier muss häufig was Neues passieren.“ Wichtig dabei sei ein Bewegtbild-Archiv, das ständig abrufbar sei und sich auch ständig erweitere. Runge: „Das wird auch zunehmend den Bereich Interne Kommunikation, also das Intranet betreffen. Insbesondere für die Vorstellung von neuen Unternehmensstrategien, neuen Produkten und Betriebsstätten.“
Technischer Umbruch und Sparzwang bei den Sendern stellt allerdings auch Runge TV vor Herausforderungen. „Es geht darum, die Arbeitsprozesse zu vereinfachen, weil der Kostendruck immer stärker wird“, sagt der Geschäftsführer. Die wichtigste Aufgabe zurzeit ist dabei der Umstieg von Band-basierten auf komplett digitalisierte Produktionsprozesse. „Dafür benötigt man einen ganz anderen Workflow als bisher“, berichtet Runge. Und er sieht sein Unternehmen gut aufgestellt, „um solche neuen Arbeitsanläufe zu realisieren.“
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