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Kraftwerk Neurath

Letzter Einsatz für zwei Schwergewichte

Von Norbert Kurth, 29.07.10, 18:26h, aktualisiert 29.07.10, 18:41h

Mit der Fertigstellung der Bekohlungsanlage an der Baustelle des Kraftwerks Neurath haben die Kräne ausgedient. Die Endmontage und der Ausbau der Verkehrsflächen haben begonnen. In einem Jahr soll Block G den Betrieb aufnehmen.

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Zwei Blöcke, zwei Kühltürme: In Neurath entsteht das modernste Braunkohlenkraftwerk der Welt. (Bild: Beißel)
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Zwei Blöcke, zwei Kühltürme: In Neurath entsteht das modernste Braunkohlenkraftwerk der Welt. (Bild: Beißel)
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Das letzte Stück der fünfteiligen Förderbandbrücke, über die die Kohle vom Bunker zum Kessel transportiert wird,, wurde gestern mit Hilfe von zwei großer Schwerlastkränen eingesetzt.
Rhein-Erft - Wilfried Klix ist ganz ruhig. Hoch oben an den Haken zweier mächtiger Kräne schwebt fast bewegungslos eine 50 Meter lange, 220 Tonnen schwere Kohlenbandbrücke. Millimeter für Millimeter bewegt sich die stählerne Konstruktion hoch. Die beiden Kranführer in ihren tief angebrachten Kabinen können nur ahnen, wo genau sich die Last gerade befindet.

Per Funk stehen sie untereinander und mit Klix in Kontakt, der die Montage dirigiert. Zwischen den Kesselhäusern ist nur wenig Platz. Und das Förderband muss in etwa 100 Metern Höhe in das Kesselhaus eingeführt und mit dem anderen Ende an der bereits montierten Brücke befestigt werden - millimetergenau. Vier Stunden sind dafür veranschlagt. Das Team liegt gut in der Zeit.

Die Brücke ist die letzte von fünf je 50 Meter langen fast baugleichen Stahlkonstruktionen, über die schon bald die Kohle auf einem Förderband aus Gummi vom Bunker zu den beiden Kesseln transportiert wird. Der Einbau läuft problemlos. „Routine“, sagt der 56-jährige Kran-Spezialist Klix. Er hat damit auf der Baustelle seinen letzten großen Auftrag erfüllt. Die beiden 600-Tonnen-Kräne auf Raupen, die gestern im Einsatz waren, gehörten von Anfang an dazu. Insgesamt 30 Kräne bestimmten in der ersten Phase das Bild der Baustelle, darunter einer der stärksten mobilen Kräne der Welt, der Lasten bis auf 170 Meter bringen konnte. In den nächsten Tagen werden auch die noch verbliebenen Baukräne abtransportiert. „Das Ende der Transport- und Hub-Arbeiten auf der Baustelle bedeutet auch eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes“, sagt Baustellenleiter Manfred Hensel. Nicht nur Wilfried Klix und sein Team liegen mit dem am 15. Juli begonnen Bau von zwei parallel verlaufenden Transportbändern zur Kohleversorgung des neuen Kraftwerks gut in der Zeit. Block „G“ kann voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres in Betrieb gehen, Block „F“ soll Ende 2011 folgen. Eigentlich wäre Block „F“ zuerst ans Netz gegangen. Aber am Nachmittag des 26. Oktober 2007 stürzten drei Arbeiter beim Bau des Kesselgerüsts aus großer Höhe ab und starben. Vier Monate untersuchte die Staatsanwaltschaft den Unglücksort. Die Arbeiten am Block „G“ gingen wenig später weiter.

2800 Menschen

Derzeit sind etwa 2800 Menschen auf der Baustelle beschäftigt. Schon in Kürze werden die Wandverkleidungen von Kessel- und Maschinenhäusern fertig sein und der Baustelle ein anderes Bild geben. Dann werden die Arbeiten ausschließlich im Innern der Gebäude stattfinden. Schließlich werden im Umfeld Straßen, Wege und Grünflächen angelegt. Im August sollen die Blöcke an die Wasserversorgung aus Niederaußem und Frimmersdorf angeschlossen werden.

Seit der Grundsteinlegung im August 2006 sind in Neurath 380 000 Kubikmeter Beton mit 60 000 Tonnen Baustahl darin verarbeitet worden. An Gebäuden, zum Beispiel dem Kesselhaus, sind allein 90 000 Tonnen Stahl verbaut worden. Insgesamt investiert RWE Power in die beiden Blöcke mit einer Gesamtleistung von 2100 Megawatt rund 2,2 Milliarden Euro.



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