Von Frank Olbert, 29.07.10, 22:15h
Natürlich müssen die Filme im September erst zeigen, was ihre Regisseure und Darsteller versprechen; aber beim Namedropping steht Müller nicht schlecht da, was das Muskelspiel der europäischen Festspiele betrifft: Von Sofia Coppola bis François Ozon, von Julian Schnabel bis Takashi Miike, von Aleksei Fedorchenko bis Abdellatif Kechiche reichen seine regieführenden Premierengäste, die für anspruchsvolles internationales Kino stehen.
Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass sich auch Tom Tykwer in diesem Kreis wiederfindet. Zwei Mal schon ist der Regisseur an den Lido eingeladen worden, nämlich mit seinem wegweisenden „Lola rennt“ sowie „Der Krieger und die Kaiserin“ - nun bekommt er seine dritte Chance auf einen Goldenen Löwen mit der modernen Liebesgeschichte „Drei“ mit dem Trio Sophie Rois, Devid Striesow und Sebastian Schipper.
Im transkontinentalen Vergleich haben Europas Filmfestivals alle Hände voll zu tun, dem Programmangebot von Toronto Paroli zu bieten, innereuropäisch haben Cannes und Venedig Berlin abgehängt - inneritalienisch setzt sich der Lido nun endgültig gegen das relativ neue, ach so glamouröse Filmfest von Rom durch. Die Serenissima, die viele für abgetakelt hielten, strahlt.
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