Von Patrik Reinartz, 30.07.10, 18:04h
„Da hat man für Millionen eine Umgehungsstraße gebaut, und keiner nutzt sie“, klagt Peter Giesen. Er gehörte zu einer Gruppe von Anwohnern, die jetzt ihrem Unmut im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Luft machten. Wie die Betroffenen berichteten, ist das hohe Verkehrsaufkommen auch mit immensen Lärmbelästigungen verbunden: „Manchmal kann man nachts kaum schlafen.“ Die Pflastersteine, mit denen die Fahrbahn der Triftstraße gestaltet ist, hätten sich durch die große Verkehrslast an vielen Stellen gelöst. Nun klackern sie penetrant aneinander, wenn Autos darüber fahren.. Mitarbeiter der Gemeinde haben sich kürzlich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht.
Auf Beton verlegt
„Sie haben uns mitgeteilt, dass die Pflastersteine herausgerissen und die Straße komplett erneuert werden muss“, so Anwohner Manfred Behlau. Die Steine seien vor über 20 Jahren anscheinend auf Beton verlegt worden, dadurch fehlt ihnen nun der richtige Halt. Die Verwaltungsmitarbeiter deuteten vor Ort auch an, dass die Anwohner an den Kosten der Straßenerneuerung beteiligt werden - was die Betroffenen auf die Palme brachte. Denn Ende der 1970er Jahre war die Triftstraße komplett erneuert worden, und zwar mit Kostenbeteiligung der Anwohner. „Die Straße hätte bestimmt noch 50 Jahre gehalten“, so Manfred Behlau. So alt wurde sie aber bei weitem nicht: Wie sich alteingesessene Anwohner erinnern, gab es Mitte der 1980er Jahre Fördergelder des Landes, um Straßen im Altstadt-Stil umzugestalten. In Weilerswist - damals wie heute stand übrigens Peter Schlösser an der Verwaltungsspitze - wusste man seinerzeit wohl nicht so recht, wofür man die Gelder verwenden sollte. Verfallen lassen wollte man den Zuschuss aber auch nicht. Also wurde die noch völlig intakte Triftstraße nach nur acht Jahren wieder aufgerissen, um Pflastersteine zu verlegen. Was nett anzuschauen ist, aber jetzt zu den bekannten Problemen führte.
Dass sie jetzt erneut an den Sanierungskosten beteiligt werden sollen, nachdem die Gemeinde den ganzen Verkehr durch die Triftstraße geleitet und damit die massiven Schäden am Pflaster mit verursacht habe, sehen die Anwohner nicht ein. „Wenn es so wäre, könnte man tatsächlich von einem Streich aus Schilda sprechen“, räumte selbst der Beigeordnete Dieter Spürck auf Anfrage ein. Er recherchierte und gab Entwarnung: „Ich sehe im Moment keinen Ansatzpunkt für einen Kostenbeteiligung der Anwohner.“ Auch er sprach von einem Verlegefehler in den 1980er Jahren. Ansprüche könne man aber nicht mehr geltend machen: „Das ist längst verjährt“. Man müsse die Erneuerung jetzt wie einen normalen Austausch der Verschleißdecke betrachten, für den die Anwohner nicht zur Kasse gebeten werden.
Einbahnstraßen-Regelung
Ihnen würde es indes schon reichen, wenn die Pflastersteine ordentlich befestigt und dann Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergriffen würden. Darüber wird im Rathaus schon nachgedacht: Etwa darüber, die Triftstraße auf einem Teilabschnitt zur Einbahnstraße zu machen. Für Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Autobahn kommen, wäre die Triftstraße dann ab dem Abzweig Friedrich-Ebert-Straße dicht. „Das muss aber noch mit dem Straßenverkehrsamt abgestimmt werden“, erläuterte Dieter Spürck.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |