Von Simon Müller, 30.07.10, 23:33h, aktualisiert 30.07.10, 23:40h
Schwule, sagt Annett Polster, seien besonders modebewusst, achteten auf Qualität und seien auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Von Lesben gebe es hingegen keine Nachfrage nach speziellen Artikeln. Das wisse sie „aus Erfahrung“, sagt Polster. Sie ist die Marketingchefin der „Galeria Kaufhof“-Filiale. Dort gibt es jetzt zusätzliche Pflege-Artikel für Männer, weil Schwule laut Polster auf ihren Körper achten. In der Lebensmittelabteilung wurden mehr Sektmarken ins Sortiment genommen. Und, darauf ist Polster besonders stolz, ein spezieller Wein - „von einem schwulen Winzerpaar“. Stimmt die Nachfrage, werden die Artikel dauerhaft angeboten.
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Die Parfümerie-Kette „Douglas“ verkauft in Köln pünktlich zu den Gay Games ein neues Parfüm. „Eau Mo pour gay“ heißt der Duft, der nach Angaben des Herstellers „ wie ein ungemachtes Bett“ riecht. Mario Müller, Filialleiter bei „Dom - Mode und Wohnen“ an der Ehrenstraße rechnet damit, dass die Spiele seinem Geschäft eine große Zahl zusätzlicher Kunden bescheren. Weil es dort nicht nur pinke Gießkannen in Schweinchenform und anderes kitschiges Zeug gibt, sondern auch Eintrittskarten zu den einzelnen Sportereignissen des einwöchigen Wettbewerbs.
Der Kondom-Hersteller Condomi hätte sich zu den Games eine besondere Marketing- und Produktkampagne vorstellen können. „Aber leider haben wir dieses Jahr kein Budget für so etwas“, sagt Nicola Dornhege, Sprecherin des australischen Ansell-Konzerns, der den damaligen Sanierungsfall Condomi vor drei Jahren übernommen hat.
Im Alltag seien Homosexuelle für den Handel keine besondere Zielgruppe, sagt Jürgen Dax, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels. Bei bestimmten Anlässen könne sich das aber ändern. Wie während der Gay Games. „Viele Geschäfte probieren dann einfach mal was aus, und wenn die Kunden es gut finden, verkaufen sie die Artikel dauerhaft.“
Dax glaubt, dass gerade Schwule speziell für sie konzipierte Angebot annehmen. Schwule würden eben häufig mehr Wert auf Mode legen. „Es ist ja auffällig, wie viele homosexuelle Männer es im Modebusiness gibt. Das ist kein Zufall, sie haben eben ein besonderes Interesse an Kreativität und Vielfalt.“
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Grafik: Gay Games Cologne Button
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