Von Sarah Brasack, 30.07.10, 18:51h, aktualisiert 31.07.10, 11:42h
Fünf private Sicherheitsfirmen hatte der Veranstalter offiziell engagiert, deren Funksprüche von einer zentralen Instanz gebündelt werden mussten. Faktisch seien - seinem Eindruck nach - aber viel mehr Firmen im Einsatz gewesen, so der Geschäftsführer, da diese fünf wiederum viele Mitarbeiter aus anderen Unternehmen rekrutiert hätten. „Vermutlich waren es Mitarbeiter von insgesamt 20 Firmen.“ Ein bunter Haufen. Dass bei Großveranstaltungen mehrere Unternehmen vom Veranstalter beauftragt würden, sei nicht ungewöhnlich. „Eine Firma allein kann das in der Regel nicht stemmen.“ Diese Aufteilung sei nicht problematisch, solange die Kommunikation funktioniere. „Die hat in Duisburg in weiten Teilen versagt.“
Um die verschiedenen privaten Sicherheitsfirmen bei Großveranstaltungen zu koordinieren, wird üblicherweise ein „Head of Security“ eingesetzt, oft ein Mitarbeiter einer beteiligten Sicherheitsfirma. Nach Angaben des „Spiegel“ wurde diese Leitung bei der Loveparade einem Mitarbeiter einer Firma übergeben, die für den Eingangsbereich zuständig gewesen sein soll.
„Nicht Hand in Hand“
„Ich habe erst im Nachhinein durch die Presse erfahren, dass es bei der Loveparade überhaupt einen »Head of Security« gab“, sagt der Geschäftsführer. Seine Mitarbeiter hätten nur in Funkkontakt zu dem Chef der Firma gestanden, die sie als Subunternehmen beauftragt hätte. Der wiederum habe an die zentrale Einsatzleitung gefunkt. Ob in der Einsatzzentrale auch Polizei neben dem Veranstalter saß? Das wisse er nicht. Seine These: „Das war nicht Hand in Hand, sondern jeder für sich.“
„Massive Unstimmigkeiten bei der Kommunikation“ bestätigt auch Damian Glonkowski, der für das Kölner Unternehmen BSS Security im Auftrag der Firma R.A.D. im Führerhaus eines Parade-Wagens saß, der auf dem Veranstaltungsgelände kreiste. So habe er nach der Massenpanik von der Einsatzzentrale über Funk den Auftrag bekommen, weiterzufahren und die Musik weiterlaufen zu lassen. Nach ungefähr drei Stunden sei der Befehl zum Wagenstopp dann von Polizisten gekommen, die sich seinem Wagen in den Weg stellten - und nicht von der Zentrale.
Der Funkkontakt zur Einsatzzentrale sei nicht überall auf dem Gelände möglich gewesen, sagt Glonkowski. „Es gab zwei Stellen auf unserem Weg, wo ich und meine Kollegen schon vorab wussten, dass wir ein Funkloch haben“, sagt Glonkowski. Warum, wisse er nicht genau. „Mein Handy konnte ich sowieso nicht benutzen. Das Netz war ja schon sehr früh tot.“ An den entsprechenden zwei Stellen hätte er mit seinem Wagen zum Teil länger gestanden. „Wenn in diesen Momenten vor mir Panik ausgebrochen wäre, hätte ich die Zentrale nicht erreicht.“ Zur Polizei und den Rettungssanitätern oder anderen Kollegen war Glonkowski kein Funkkontakt möglich.
„Diese Kommunikation kann im Ernstfall zu lange dauern“, kritisiert Bernd Streckhardt, Inhaber von B & M Security in Nürnberg, die die Loveparade in Berlin betreut hat. Bei ihnen sei es deshalb üblich, mit Polizei und Rettungssanitätern direkt in Kontakt zu stehen.
Funklöcher und Unstimmigkeiten sind eine Sache: Unklar ist aber auch, ob alle Ordner an den entscheidenden Stellen mit Funk ausgestattet waren. Ein Augenzeuge berichtete, Ordner hätten sich geweigert, nach der Massenpanik den von ihnen bewachten Notausgang zu öffnen. Seine Bitte um Nachfrage bei der Zentrale wiesen sie ab. Die Begründung: „Wir haben keinen Funk.“
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Veranstalter
31.07.2010 | 10.17 Uhr | SchmitzeJupp
Auch wenn die verschiedenen Dienste mit eigenen Funkgeräten auf verschiedenen Bändern arbeiten: für eine solche Veranstaltung hat der Veranstalter…
@ Göcek
31.07.2010 | 09.16 Uhr | Schwarzer Peter
Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Ich arbeite bei der Feuerwehr und kenne aus meiner Zeit als Ehrenamtlicher bei einer Hilfsorganisation die…
Der Sub,Sub,Sub,Sub Suplierer..
30.07.2010 | 21.46 Uhr | Göcek
Das darf doch nicht wahr sein was da so ganz langsam
an die Oberfläche kommt!!!
Und der Veranstalter will von dem alles nichts gewußt…
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