Von Renate Hofmann, 02.08.10, 15:55h
Seit 25 Jahren besteht die Einrichtung. Seither haben rund 250 000 Kinder den Naturkunde-Unterricht von Heribert Kolvenbach genossen, der seit den ersten Tagen mit dabei ist. Ein Ende der Nachfrage ist nicht abzusehen: Die Einrichtung ist noch bis Ende 2012 ausgebucht.
Das bringt allerdings ein besonderes Problem mit sich. Denn Heribert Kolvenbach ist gerade in den Ruhestand getreten. Ein Nachfolger ist mit Frank Küchenhoff zwar gefunden, doch konnte ihm nur ein Vertrag bis Ende des Jahres angeboten werden. Solange ist die Übernahme der Personalkosten in Höhe von jährlich 60 000 Euro durch die Stadt Köln gesichert. Was danach kommt, weiß keiner.
„Unser Problem ist, dass wir einem falschen Etat zugeschlagen sind“, sagt Remaklus. „Wir werden über das Amt für Grünflächen und Umweltschutz finanziert.“ Da dort viele freiwillige Leistungen beheimatet seien, werde der Rotstift unter dem herrschenden Sparzwang sehr deutlich angesetzt. „Die Waldschule ist aber eine direkte schulische Leistung“, ergänzt der Vorsitzende. „Wir müssten eigentlich zum Schulamt gehören.“ Da wären die Zuschüsse sicherer, denn dass an der Bildung nicht gespart werden dürfe, sei parteiübergreifender Konsens.
Dass die Waldschule für die Kinder außerordentlich wichtig sei, auch darüber herrsche Einigkeit. „Sie ist eine hoch angesehene Einrichtung“, sagt Remaklus. Ihr Erhalt sei auch deshalb von Bedeutung, da Stadtkinder heute sehr naturfern aufwachsen würden. „Das hätte ich nicht geglaubt, dass man im Wald so viel erleben kann“, hat Kolvenbach denn auch einmal ein Steppke gestanden. „Wir müssen die Natur für die Kinder aufschließen“, ergänzt der Pädagoge. „Alleine schaffen sie das nicht. Die Vielfalt ist einfach zu groß.“
Aber nach einem Besuch in der Waldschule wissen die Jungen und Mädchen, dass Linden herzförmige Blätter haben (weshalb man sie auch als Liebesboten benutzen kann). Auch werden sie mit den sanften Seiten der Brennnessel bekannt gemacht, deren Haare keinen Schmerz auslösen, wenn die Blätter von unten berührt werden. „So funktioniert ihr Fress-Schutz: Der Feind kommt von oben“, schmunzelt Kolvenbach. Die beiden Seiten der Eichel werden den Grundschülern ebenfalls näher gebracht: Beim ersten Biss sind sie furchtbar bitter. Doch wer sie länger im Mund behält, entdeckt ihren Nussgeschmack. „Die Indianer wässern sie zwei Tage und backen dann ein schmackhaftes Brot aus ihnen.“
Und natürlich spielen auch die großen und kleinen Tiere des Waldes eine Rolle. Hierfür nutzt die Waldschule die benachbarte Greifvogelschutzstation und ihre handzahmen Dauerbewohner. Da dürfen die Kinder auch schon mal das Gefieder eines lebendigen Uhus streicheln. „Dafür braucht man schon ein bisschen Mut“, fährt Kolvenbach fort. „Aber anschließend muss man mal in die leuchtenden Augen der Kinder schauen.“ Dann sei klar: Sie haben nicht nur etwas gelernt, sondern auch etwas erfahren, was ihnen lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Waldschule muss den Kindern bleiben
13.08.2010 | 02.24 Uhr | Der-schäle-Bernd
Was die Zustände der Kölner Stadtverwaltung anbelangt, scheint das anscheinend nur die Spitze des Eisbergs zu sein: Nachdem bei dem Bürgerhaushalt…
Unglück, nicht nur für die Waldschule
03.08.2010 | 22.40 Uhr | Berndalarm
Vollkommen richtig- die Stadt Köln spart immer an den falschen Dingen.
"Das wäre ein Unglück"
03.08.2010 | 22.23 Uhr | Berndalarm
Endlich wird KLARTEXT gesprochen, wie unwissend die Stadt Köln ihre Gelder einsparen möche.
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