Von Susanne Hengesbach, 02.08.10, 19:00h
Carsten Mütze ist Coach für Ernährung und Bewegung; also jemand, der anderen dazu verhilft, sich gesünder und fitter zu fühlen. Um in diesem Job erfolgreich zu sein, muss er vor allem eines: Menschen dazu bringen, sich von ihren alten Mustern und Gewohnheiten zu verabschieden.
„Wir sind die fetteste Nation Europas. Wir sind das weniger aufgrund der Kalorienmengen, die wir zu uns nehmen, sondern aus Mangel an Wissen über Stoffwechselprozesse und andere Reaktionen in unserem Körper.“ Es werde zwar ständig über Essen geschrieben, überall erhalte man „Tricks und Tipps“. Trotzdem bestehe bei den Menschen „eine erschreckende Unsicherheit darüber, wie man Ernährung lebt.“
Zwei goldene Ernährungsregeln„Nämlich wie?“, frage ich den 44-Jährigen. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn zwei Grundsätze beherzigt würden“. Der eine orientiere sich an der Maxime unserer Großmütter: „Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann.“ Der andere, vielleicht noch wichtigere laute: „Vier plus vier plus zwölf.“ Will heißen: Vier Stunden Abstand zwischen Frühstück und Mittagessen, vier weitere bis zum Abendbrot und ab dann zwölf Stunden Nahrungsaufnahme-Stopp dem Stoffwechsel zuliebe.
„Sehen Sie die Dame da vorne?“, fragt Mütze. Ich nicke. „Ob die weiß, dass sie mit ihrer Latte Macchiato praktisch eine Ersatzmahlzeit zu sich nimmt?“ - Wahrscheinlich nicht, denke ich, während mein Gegenüber auf den Currywurst-Stand und den Discount-Bäcker weist und sagt: „Genau das ist unser Problem. Das Angebot an jeder Ecke, der ständige Snack, egal ob abends auf der Couch oder tagsüber beim Gehen. Ständig werde gekaut - frei nach dem Motto: ich habe hart gearbeitet, deswegen muss ich mich jetzt belohnen.“
Bevor ich Mütze nach seinen Ess-Sünden fragen kann, schildert er mir seinen beruflichen Werdegang. Er sei gelernter Koch, sogar mit Meisterprüfung, obwohl er den Beruf nie ausüben wollte. Er habe Hotelbetriebswirtschaft studiert mit dem Ziel, danach in die Systemgastronomie einzusteigen. Schließlich habe er „zwölf Jahre in der Lebensmittelindustrie Unternehmen in der Fast-Food-Landschaft in punkto Produktentwicklung beraten“. - „Verstehe“, sage ich, nachdem er erklärt hat, weswegen er das alles nicht mehr wollte.
Hilfestellung beim Lebensmittelkauf und TrainingspläneInzwischen steht der Name des Mannes, der „ein Leben lang Sport getrieben“ hat und Zehnkämpfer war, für „Fit and Food“. Er hilft Menschen, ihr Leben zu verändern. Mütze erstellt mit seinen Klienten - nicht selten aus dem Managementbereich - eine Ernährungsanalyse, gibt Hilfestellung beim Lebensmitteleinkauf, informiert über Inhaltsstoffe. Er erstellt Trainingspläne, mit Hilfe derer seine Klienten ein ausgewogenes Bewegungsprogramm absolvieren können. Er sieht zunächst zu, „dass der Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht kommt“; sprich: eine permanente Übersäuerung des Körpers verhindert wird; die Ursache für eine Reihe von körperlichen Beschwerden. „Danach“, sagt Mütze, kommt der Fettstoffwechsel dran.“
Nebenwirkungen
02.08.2010 | 21.00 Uhr | SchmitzeJupp
Das hat uns gerade noch gefehlt. Jemand, der uns erklärt, wann und wie und was wir essen dürfen.
Natürlich gibt es viele Menschen mit Übergewicht,…
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