Schriftgröße

Zwei Kaffee, bitte

Essgewohnheiten auf den Prüfstand

Von Susanne Hengesbach, 02.08.10, 19:00h

Carsten Mütze ist Coach für Ernährung und Bewegung. Er hilft seinen Kunden, sich von alten Ess- und Einkaufsgewohnheiten zu verabschieden und sieht in unserer Imbisskultur einen Hauptgrund für die Verfettung des Landes.

Carsten Mütze
Bild vergrößern
Der Kölner Carsten Mütze (44) arbeitet als Coach für Ernährung und Bewegung. (Bild: Franz Schwarz)
Carsten Mütze
Bild verkleinern
Der Kölner Carsten Mütze (44) arbeitet als Coach für Ernährung und Bewegung. (Bild: Franz Schwarz)
Köln - Ich muss Leser dieser Rubrik normalerweise nicht vor Nebenwirkungen warnen, könnte mir aber vorstellen, dass es diesmal welche gibt. Etwa dahingehend, dass Apotheken eine erhöhte Nachfrage an Teststreifen zur Bestimmung des Ph-Wertes im Harn registrieren. Wer mit dem Mann spricht, den ich heute - übrigens zum grünen Tee anstelle von Kaffee - einladen durfte, kehrt anschließend schwer zur Tagesordnung zurück, sondern stellt seine Lebens- und Essgewohnheiten auf den Prüfstand.

Carsten Mütze ist Coach für Ernährung und Bewegung; also jemand, der anderen dazu verhilft, sich gesünder und fitter zu fühlen. Um in diesem Job erfolgreich zu sein, muss er vor allem eines: Menschen dazu bringen, sich von ihren alten Mustern und Gewohnheiten zu verabschieden.

„Wir sind die fetteste Nation Europas. Wir sind das weniger aufgrund der Kalorienmengen, die wir zu uns nehmen, sondern aus Mangel an Wissen über Stoffwechselprozesse und andere Reaktionen in unserem Körper.“ Es werde zwar ständig über Essen geschrieben, überall erhalte man „Tricks und Tipps“. Trotzdem bestehe bei den Menschen „eine erschreckende Unsicherheit darüber, wie man Ernährung lebt.“

Zwei goldene Ernährungsregeln

„Nämlich wie?“, frage ich den 44-Jährigen. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn zwei Grundsätze beherzigt würden“. Der eine orientiere sich an der Maxime unserer Großmütter: „Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann.“ Der andere, vielleicht noch wichtigere laute: „Vier plus vier plus zwölf.“ Will heißen: Vier Stunden Abstand zwischen Frühstück und Mittagessen, vier weitere bis zum Abendbrot und ab dann zwölf Stunden Nahrungsaufnahme-Stopp dem Stoffwechsel zuliebe.

„Sehen Sie die Dame da vorne?“, fragt Mütze. Ich nicke. „Ob die weiß, dass sie mit ihrer Latte Macchiato praktisch eine Ersatzmahlzeit zu sich nimmt?“ - Wahrscheinlich nicht, denke ich, während mein Gegenüber auf den Currywurst-Stand und den Discount-Bäcker weist und sagt: „Genau das ist unser Problem. Das Angebot an jeder Ecke, der ständige Snack, egal ob abends auf der Couch oder tagsüber beim Gehen. Ständig werde gekaut - frei nach dem Motto: ich habe hart gearbeitet, deswegen muss ich mich jetzt belohnen.“

Bevor ich Mütze nach seinen Ess-Sünden fragen kann, schildert er mir seinen beruflichen Werdegang. Er sei gelernter Koch, sogar mit Meisterprüfung, obwohl er den Beruf nie ausüben wollte. Er habe Hotelbetriebswirtschaft studiert mit dem Ziel, danach in die Systemgastronomie einzusteigen. Schließlich habe er „zwölf Jahre in der Lebensmittelindustrie Unternehmen in der Fast-Food-Landschaft in punkto Produktentwicklung beraten“. - „Verstehe“, sage ich, nachdem er erklärt hat, weswegen er das alles nicht mehr wollte.

Hilfestellung beim Lebensmittelkauf und Trainingspläne

Inzwischen steht der Name des Mannes, der „ein Leben lang Sport getrieben“ hat und Zehnkämpfer war, für „Fit and Food“. Er hilft Menschen, ihr Leben zu verändern. Mütze erstellt mit seinen Klienten - nicht selten aus dem Managementbereich - eine Ernährungsanalyse, gibt Hilfestellung beim Lebensmitteleinkauf, informiert über Inhaltsstoffe. Er erstellt Trainingspläne, mit Hilfe derer seine Klienten ein ausgewogenes Bewegungsprogramm absolvieren können. Er sieht zunächst zu, „dass der Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht kommt“; sprich: eine permanente Übersäuerung des Körpers verhindert wird; die Ursache für eine Reihe von körperlichen Beschwerden. „Danach“, sagt Mütze, kommt der Fettstoffwechsel dran.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste