Von Claudia Hoffmann, 02.08.10, 17:32h, aktualisiert 02.08.10, 17:34h
Ihre Freude am Umgang mit Menschen und ihre Liebe zur Gastronomie entdeckte Kollaritsch schon als Kind bei den sommerlichen Besuchen im liebevoll geführten Familienhotel ihres Großvaters Iannis auf der griechischen Kykladen-Insel Syros. Dort durfte sie in der Küche helfen, alle Fragen loswerden, jede Köstlichkeit probieren, selbst Gerichte zusammenstellen und „an den Gast bringen“, erinnert sich Kollaritsch lachend. Der Wunsch, an einem Ort zu arbeiten, wo man sich um Menschen kümmern und „einmalige Erlebnisse kreieren kann, die in Erinnerung bleiben“, zieht sich wie ein roter Faden durch Kollaritschs Leben.
Nicht immer war der Weg gerade, die Pfade zuweilen verschlungen. Prägend war zunächst der Besuch der katholischen Privatschule „Sacre Coeur“, in der sie eine sehr individuelle Schulausbildung genießen durfte. Im Anschluss daran studierte Kollaritsch zunächst Pharmazie und absolvierte alle Prüfungen mit großem Erfolg. Doch innerlich pochte ihr Herz für die Hotellerie. Dann entschloss sie sich zu einem großen Schritt, beendete von heute auf morgen ihr Studium, verursachte einen kurzen Aufruhr im Familienkreis, fand dort schließlich aber großen Rückhalt. Nach einer sehr praxisbezogenen Ausbildung am „Kolleg für Tourismus & Freizeitwirtschaft“ in Klessheim bei Salzburg berechtigte sie der Abschluss zur Führung eines eigenen Unternehmens. Das enorme Fachwissen ihres ehemaligen Service-Lehrers führte dann zu einer langen und intensiven Beschäftigung mit dem Thema Wein, die schon heute auf der Karte des Euskirchener Parkhotels ihre Spuren hinterlässt. Verstärkt setzt Kollaritsch hier auf die regionalen Weine junger Winzer, für die sie auch die zahlreichen internationalen Gäste des Hauses begeistern möchte.
Beim „Aufbruch in die große, weite Welt“ folgte dann, nach einer einjährigen Tätigkeit als Restaurantleiterin eines Boutique-Hotels in Griechenland, eine Art „Kulturschock“ in der kleinen englischen Stadt Derby. An der dortigen Universität legte Kollaritsch einen weiteren akademischen Grad nach und beendete ihr Studium als Jahrgangsbeste. Im traditionsreichen Londoner „Savoy Hotel“ stellte sie dann in einer „sicher nicht immer einfachen Zeit als erste Frau im Restaurantbereich fest, dass alles möglich ist“. Eine wichtige Erkenntnis, die ihr eigenes Selbstbewusstsein stärkte und die sie auch heute jungen Menschen mit auf den Weg geben will: sich ein Ziel zu setzen und sich nicht von seiner Linie abbringen zu lassen, denn dann stehen einem gerade in einem so vielseitigen Bereich wie der Hotellerie „alle Türen offen“.
Spannender ArbeitstagIn punkto Flexibilität sieht sie keinen Unterschied zu anderen Berufen: „Wir leben in einer Generation, in der uns allgemein vieles abverlangt wird.“. Bis sie stellvertretende Direktorin im Kempinski Hotel Falkenstein wurde, absolvierte sie noch mehrere Stationen. Unter anderem war sie im Schloss Velden am Wörthersee tätig. Die Filme mit Roy Black, die dort entstanden sind, hatte sie früher immer mit ihrer Oma geschaut.
Auch im Euskirchener Parkhotel liebt sie ihren spannenden Arbeitstag, bei dem keine Langeweile aufkommt. Sie sieht sich als Teil ihres 54-köpfigen Teams, bei dem jeder seine Ideen einbringen kann, und legt dabei sehr viel Wert auf Herzlichkeit und Mitarbeiter, die „sich kümmern“ - denn das spürt der Gast. Auch der Küche mit tollem Show-Room, in der ausnahmslos alle Produkte frisch zubereitet werden, kommt eine große Bedeutung zu: Neben preisgünstigen Mittagsgerichten gibt es mit der „Steak Night“, den „Scampi - All you can eat“-Aktionen, Weinabenden und Themenwochen viele kulinarische Events.
Im Wellness-Bereich mit Kosmetik, Saunen, Whirlpool und Fitness-Geräten können nicht nur Hotelgäste eine Auszeit nehmen. Neben Aktivangeboten wie Teamkochen, Nordic Walking, Ranger-Touren, Golf und Tennis will Yvonne Kollaritsch demnächst auch einen „Ladies Club“ ins Leben rufen, einen Treffpunkt für alle Frauen, die in geselliger Runde Spaß haben wollen.
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