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Griechenland

Die Tanklaster rollen wieder

Erstellt 31.07.10, 14:28h, aktualisiert 01.08.10, 21:23h

Die Tank- und Lastwagenbesitzer in Griechenland beenden ihren Aufstand gegen die Liberalisierung des Transportsektors. Am Wochenende hatte sich die zwischenzeitlich chaotische Lage bereits verbessert – dank des Militärs.

bestreikte LKW und Tanker
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Seit Montag stehen in ganz Griechenland die LKW still. (Bild: dpa)
bestreikte LKW und Tanker
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Seit Montag stehen in ganz Griechenland die LKW still. (Bild: dpa)
ATHEN - Die griechischen Tank- und Lastwagenfahrer haben ihren einwöchigen Streik beendet. "Die Fahrer sind ab morgen wieder am Steuer", sagte der Präsident des Verbands der Lkw-Besitzer, Giorgos Tzortzatos, am Sonntag nach mehrstündigen Beratungen mit Gewerkschaftsvertretern. Zuvor hatte sich die Versorgungslage bereits durch den Einsatz des Militärs bei Treibstofflieferungen entspannt.

Der Streik der 30.000 Tank- und Lastwagenfahrer gegen die geplante Liberalisierung im Transportwesen hatte dem krisengebeutelten Land auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison massive Versorgungsengpässe beschert. Die Regierung setzte Transportfahrzeuge der Armee ein, um wichtige Einrichtungen des Landes wie Flughäfen, Elektrizitätswerke und Krankenhäuser mit Treibstoff zu versorgen. Mit einer Notverordnung hatte sie die Fahrer zudem zur Arbeit verpflichten wollen.

Bereits vor der Ankündigung des Streikendes hatte sich Verkehrsminister Dimitris Reppas im Fernsehen überzeugt gezeigt, dass die Folgen des tagelangen Streiks bis zum Sonntagabend weitgehend überwunden sein würden. "Die Bedingungen verbessern sich kontinuierlich", sagte er dem Sender Mega. Auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sei gewährleistet.

Die Regierung halte weiter an ihrem Plan zur Liberalisierung des Sektors fest, sagte Reppas. Sie werde zudem keinen weiteren Streik der Tank- und Lastwagenfahrer tolerieren. Von dem Streik betroffen ist vor allem die Tourismusindustrie, die ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes ausmacht.

Der Präsident der griechischen Handelskammer, Vassilis Korkidis, sagte dem Fernsehsender Net, der seit vergangenem Sonntag andauernde Ausstand treffe das Land "auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison". "Wir haben nun eine ganze Woche verloren", sagte Korkidis. Griechischen Medienberichten aus den Urlaubsgebieten zufolge ließen Urlauber ihre liegengebliebenen Mietwagen auf den Straßen zurück. Im Norden des Landes versuchten die Menschen, sich in den Nachbarländern Bulgarien und Mazedonien mit Treibstoff zu versorgen. Auch die griechische Landwirtschaft litt unter dem Streik der Lastwagenfahrer.

Die Tank- und Lastwagenfahrer protestierten mit ihrem Streik gegen eine geplante Liberalisierung im Transportwesen. Geplant ist, die Lizenzgebühren drastisch zu senken. Dagegen laufen die Lizenzinhaber Sturm, die seinerzeit hohe Gebühren in Kauf nehmen mussten. Die griechische Regierung verteidigt ihre Pläne mit dem Argument, dass die bisherige Regelung für übermäßig hohe Kosten im Transportwesen sorge. Außerdem ist das geplante Gesetz Teil eines umfassenden Sparpakets, zu dem sich Griechenland gegenüber der Europäischen Union sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verpflichtet hatte. IWF und EU wendeten die Pleite des hochverschuldeten Landes mit einem milliardenschweren Rettungspaket ab. (afp) In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es am Freitagabend zu Auseinandersetzungen zwischen streikenden Lastwagenbesitzern und der Polizei. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Hunderte Urlauber ließen nach Medienberichten ihre Mietautos stehen, weil ihnen der Treibstoff ausgegangen war.

Die Lastwagenbesitzer protestieren seit Montag gegen ein geplantes Gesetz der Regierung, wonach jeder Besitzer eines Lkw-Führerscheins als Lastwagenfahrer arbeiten darf. Zudem soll die Ausgabe neuer Lizenzen in den nächsten drei Jahren stufenweise abgeschafft werden. Je nach Größe des Wagens kosteten Lizenzen bisher bis zu 300.000 Euro. (dpa)



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