Von Sven Winterschladen und Timo Schillinger, 01.08.10, 13:03h, aktualisiert 04.08.10, 09:27h
So fiktiv es sich anhört: Seit vergangener Woche, mit Einführung eines Online-Sicherheitssystems gibt es diese sieben Herrscher tatsächlich. Ausgewählt wurden sie durch die Netzwerk-Organisation ICANN, die als eine Art Weltregierung des Internets gilt.
Das Internet ist ein verführerisches Ziel für Cyberattacken. Mehr als zwei Drittel aller Deutschen sind online, weltweit jeder Fünfte. Ein großer Teil unseres Lebens spielt sich in der virtuellen Welt ab. "Wenn das Internet weltweit lahmgelegt ist, ist die Welt lahmgelegt", sagt Isabell Unseld vom Anti-Viren-Spezialisten McAfee. An diesem Punkt der Geschichte kommen die sieben Hüter des Internets ins Spiel; denn sie sollen diesen Totalzusammenbruch verhindern. Einer von ihnen hat sich sogar schon verraten. Paul Kane, ein Engländer, hat erzählt, dass er seinen Schlüssel in einer bombensicheren Tasche in einem Tresor aufbewahre. Nicht jeder von ihnen ist so gesprächig.
Passend zu dem Thema treffen sich in Los Angeles derzeit Experten auf der Black-Hat-Konferenz. Dort tauschen sie sich über neue Methoden von Cyber-Angriffen aus. "Das erleben wir jeden Tag", sagt Costin Raiu, der als Chef das weltweite Virenanalystenteam der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky leitet. Auch Raiu kennt die Geschichte von den Schutzbefohlenen, der geheimen Macht des Internets: "Das ist kein Märchen. Ich habe zwar noch keinen persönlich kennengelernt, weil sie im Verborgenen agieren. Aber dass es sie gibt, ist bestätigt."
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