Von Thomas Käding, 10.08.10, 18:20h
Betriebsratschef Harald Breutling sieht das anders: „Es wäre kein Problem, die Verträge zu entfristen.“ Doch es gehe nun mal ums Geld: Die Kollegen wurden auf Grundlage eines Tarifvertrags angestellt, der Ende 2009 ausgelaufen ist und ihnen nach 17 Jahren ein Bruttogehalt von 2506,80 Euro garantiert. Der neue Tarifvertrag stellt die Fahrer deutlich schlechter: Nach 20 Jahren könnten sie maximal 2201 Euro verdienen, sagte Breutling. „Das war die Kröte, die es zu schlucken galt“, lautete gestern sein Kommentar zu den Verhandlungen. Insbesondere sei es um drei Punkte gegangen: die Garantie, eine bestimmte Zahl an Fahrerstellen zu besetzen, möglichst langen Kündigungsschutz - und eben die Gehälter.
Für die Wupsi wurden 127,5 Fahrerstellen festgeschrieben. So viele wie im alten Tarifwerk. Weil diese Zahl durch die jahrelange Auszehrung der Muttergesellschaft zugunsten der privaten Tochter Herweg Busbetrieb (HBB) nicht mehr erreicht wurde, seien voriges Jahr 16 Fahrer eingestellt worden. Befristet, „weil wir ja nicht wussten, wie es nach dem 31. Dezember 2009 weitergeht“, sagte Vorstand Kretkowski. „Befristet, weil der Arbeitgeber natürlich gehofft hat, mit dem neuen Tarifvertrag frei Kegeln zu haben“, sagte Betriebsrat Breutling.
So ist es nicht gekommen. Aber umso schwerer wiegt nun das finanzielle Argument. Kretkowski hat die Differenz auf die Lebensarbeitszeit aller 16 befristet Beschäftigten hochgerechnet und kommt so auf eine Mehrbelastung von 1,7 Millionen Euro. Das sei für sein Unternehmen schwer zu verdauen. Erst recht, „wenn der Regierungspräsident dem Kämmerer aufgibt, allein bei der Wupsi dieses Jahr noch 100 000 Euro zu sparen“.
Kretkowski fühlt sich vor allem in der Pflicht, zu sparen. Und weil man in den Einstellungsgesprächen mit den 16 neuen Fahrern ausdrücklich keine Übernahmegarantie ausgesprochen habe, sei man auch da sauber. Was Versprechungen auf Weiterbeschäftigung angeht, pflichtet Breutling bei - „zumindest kann ich das für die Gespräche sagen, in denen wir dabei waren“.
Trotzdem sei die Lage für die Kollegen unbefriedigend - und Gegenstand weiterer Verhandlungen mit dem Vorstand. Der Betriebsratsvorsitzende: „Wir sind kompromissbereit für jede Lösung, die den Kollegen etwas bringt.“
Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Billoglohn-Land
12.08.2010 | 15.21 Uhr | Zampalo
Jepp, so kann man es auch drehen.
Vielleicht sollten sich einige Herren mal darauf besinnen, dass sich hier teilweise Familienväter drunter…
Glück gehabt
10.08.2010 | 21.36 Uhr | Biba Butzemann
Während der Pleitegeier über Leverkusen zieht, kreiselt am Ludwig-Erhard-Platz unverdrossen - bald - der Euro.
Den kann man bald noch genauer…
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