Von Wilfried Urbe, 16.08.10, 21:37h
Besonders mit Testformaten wie „Der große IQ Test“ hat Eyeworks damals ein neues Genre in der deutschen Fernsehlandschaft etabliert. Einen großen Erfolg landeten Fuchs und sein rund hundertköpfiges Team auch mit „Rach, der Restauranttester“: „Damit hatten wir Anfangs gar nicht gerechnet.“ Auch Formate wie „Die Zehn...“, „Die Küchenchefs“ oder „Goodbye Deutschland“ sind aus dem TV-Alltag nicht mehr wegzudenken.
Eigentlich gehört Eyeworks Germany zu einem internationalen Produzenten-Netzwerk, das seinen Hauptsitz in den Niederlanden hat und mittlerweile in 16 Ländern vertreten ist, agiert aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz eigenständig. Einen großen Sprung machte das Unternehmen 2008 als es mit der Cologne Gemini Gruppe, - ebenfalls ein renommiertes Kölner Produktionsunternehmen, das nicht nur Fernsehfilme, sondern auch große internationale Kinoproduktionen realisierte -, zusammen ging. „Cologne Gemini das von Micha Terjung und Gerhard Schmidt geführte Unternehmen passte gut zu uns, da es über ein großes Portfolio im fiktionalen Bereich verfügt“, freut sich Fuchs, „wir haben uns ideal ergänzt, um jetzt der unabhängige Allroundproducer für alle Kunden und alle Genres zu sein.“
In den neuen Bereichen Eyeworks Fiction Cologne und Eyeworks Film Gemini entstehen nun auch fiktionale Programme wie „Wilsberg“, „Marie Brand“ oder „Der Schwarzwaldhof“. Und so produziert Eyeworks jedes Jahr rund 16 000 Minuten Fernsehprogramm für private und öffentlich-rechtliche Sender.
Was gute Unterhaltung ist und wie sie aussieht, über diese Frage haben Fuchs und seine Kollegen schon oft nachgedacht: „Du musst deine Zuschauer mögen, du darfst sie nicht missachten und solltest davon ausgehen, dass sie mündig sind und sehr gut unterscheiden können, was gut ist und was nicht.“ Denn das Publikum sei medial gebildeter als oft angenommen wird, glaubt der Medienmanager: „Auch die Dargestellten sollten geachtet und gemocht werden. Gute Unterhaltung muss jedenfalls authentisch sein - das gilt für Entertainment und Fiktion. Nur auf Effekte zu setzen, das funktioniert auf Dauer nicht.“
In diesem Sinn soll bald auch die neue Reihe „Rachs Restaurantschule“ das Publikum ansprechen: In der neuen Reihe auf RTL sollen Menschen, die im Leben Pech gehabt haben, die Chance für eine neue Existenz mit einem eigenen Restaurant in Hamburg erhalten.
Dass Eyeworks seinen Standort in Köln hat liegt übrigens nicht nur daran, dass mit dem WDR und RTL zwei der wichtigsten europäischen Sender in der Domstadt beheimatet sind. Gerhard Schmidt bringt es auf den Punkt: „Seit 2000 Jahren weiß Köln mit extremen Individuen aus der ganzen Welt umzugehen und gibt ihnen das Gefühl, sich hier wohl zu fühlen. Das sind auch für unsere manchmal etwas verrückte Branche die idealen Voraussetzungen.“
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