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Abstieg

Viktoria Köln muss in die Kreisliga D

Von Michael Krämer und Christian Krämer, 19.08.10, 11:24h, aktualisiert 20.08.10, 13:24h

Hiobsbotschaft für den FC Viktoria Köln: Der Fußball-Verband Mittelrhein weist den Antrag auf Zuteilung des bisherigen Landesliga-Startplatzes des SCB Viktoria Köln auf den neuen Verein ab. Somit muss der FC Viktoria in der Kreisliga D antreten.

FC Viktoria Köln
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Trainer Armin Görgens (Bild: Dahmen)
FC Viktoria Köln
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Trainer Armin Görgens (Bild: Dahmen)
KÖLN - Am späten Mittwochnachmittag fällt in den Katakomben des Höhenberger Sportparks ein Satz, der den Amateurfußball wie ein Erdbeben erschüttert. „Die Viktoria ist tot, der Verband hat den Verein heute zu Grabe getragen.“ Tobias Kollman wirkt bei seiner Rede gefasst. Doch man muss kein Verhaltensexperte sein, um seine wahre Gefühlslage zu erkennen: Der Präsident des FC Viktoria Köln ist extrem enttäuscht, als er die Entscheidung des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) verkündet: „Der Antrag auf Zuteilung der bisherigen Spielklasse des SCB Viktoria Köln auf den neuen Verein wurde bezüglich der Seniorenmannschaft vom Verbandspräsidium des Fußball-Verbandes Mittelrhein zurückgewiesen.“

SCB ist aufgelöst

Dies heißt, dass die angedachte Übernahme des Startrechts des SCB Viktoria durch den FC Viktoria gescheitert ist. Über den SCB Viktoria Köln ist allerdings bereits am 1. August unter dem Aktenzeichen 74 IN 96 / 10 beim Amtsgericht Köln ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Damit wäre der SCB Viktoria nach den Statuten des FVM Zwangsabsteiger der Saison 2010 / 11 aus der Landes- in die Bezirksliga. Laut Gabriella Wieczorek ist der SCB inzwischen aber aufgelöst worden: „Der Vorstand ist nun handlungsunfähig. Der Insolvenzverwalter übernimmt die Regie“, so die zweite Vizepräsidentin des FC Viktoria.

Der Verband hatte seine Entscheidung gegen eine Übernahme des SCB-Startplatzes durch den FC Viktoria nicht primär mit den hohen Schulden des SCB begründet - sondern mit der fehlenden Mehrspartigkeit. Diese muss nach den Statuten aber gegeben sein, um eine Abteilung des Vereins ausgliedern und umbenennen zu können. Es bleibt für den FC Viktoria nur eine Option: Der Start in der Kreisliga D.

Kollmann sieht die Schuld am Niedergang beim FVM. „Wir haben von Anfang an unsere Pläne mit dem Verband abgestimmt. Die Idee zur Neugründung ist sogar erst durch die Gespräche mit dem FVM entstanden“, sagt er und geht ins Detail: „Als am Wochenende bekannt wurde, dass Zweifel an der Mehrspartigkeit bestehen, haben wir ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben. Doch obwohl wir das Gutachten und weitere Unterlagen am Montag angekündigt haben, hat der Verband bereits am Dienstag eine Entscheidung gefällt. Entgegen der Absprache, erst am Mittwoch zu beraten.“

Ernst Wilden, Vorsitzender des FVM-Rechts- und Satzungsausschusses, sagte: „Über die Inhalte der Begründung möchte ich nicht sprechen. Es ist ein laufendes Verfahren, bei uns herrscht absolute Zurückhaltung.“

Der Vorstand des FC Viktoria will nun sämtliche Rechtsmittel einlegen, um den Beschluss zu kippen. Doch selbst im Erfolgsfall kann der Schaden laut Kollmann nicht mehr repariert werden: „Die Spieler werden sich neu orientieren. Von einer zeitnahen Entscheidung ist nicht auszugehen.“ Zumindest die Junioren-Teams dürfen wohl die Spielklassen übernehmen und als FC Viktoria in die Saison starten. Angesichts der fehlenden Perspektive im Seniorenbereich dürfte jedoch auch der Fortbestand der zahlreichen Jugendteams fraglich sein.



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