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Zeitblende

Muckefuck und Goggomobil

Von Claudia Hoffmann, 22.08.10, 16:38h

Bei Kuhmilch, Muckefuck und „Bilz-Brause“, die in den 1960er Jahren mit „Die Sinalco schmeckt“ werbetechnisch einen nachhaltigen Ohrwurm gelandet hatte, führte das zweitägige Museumsfest in ein Jahr, das mit bedeutenden Ereignissen aufwarten konnte.

Dreiradfahrzeug
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Von Erich Schlössers zweisitzigem Dreiradfahrzeug existieren heute deutschlandweit nur noch drei Exemplare. (Bild: Hoffmann)
Dreiradfahrzeug
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Von Erich Schlössers zweisitzigem Dreiradfahrzeug existieren heute deutschlandweit nur noch drei Exemplare. (Bild: Hoffmann)
Kleidung der 60er
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Das Team der Zülpicher Firma „Carlottas Mode und Event“ präsentierte im Freilichtmuseum Kleidung, Requisiten und Accessoires aus dem Jahr 1960. (Bild: Hoffmann)
Plattensammlung
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Für das Kommerner Museumsfest hatten einige Oldie-Freunde auch ihre Plattensammlung zur Verfügung gestellt. (Bild: Hoffmann)
Kleidung der 60er
Plattensammlung
Mechernich-Kommern - „Knack, knack, knack“ ging es am Samstagnachmittag mit rasanter Geschwindigkeit auf dem „Museumsfest der Erinnerungen“ im Kommerner LVR-Freilichtmuseum beim Wettbewerb im Luftpolsterfoliendrücken. 1957 war das Verpackungsmaterial mit dem kultigen Knalleffekt in New York von zwei Ingenieuren erfunden worden. Da sich herausstellte, dass ihr Produkt als robustes Verpackungsmaterial verwendet werden konnte, fügten sie dem Kunststoff kleine Luftblasen hinzu und meldeten ihn am 27. November 1959 als „Bubble Wrap“ beim amerikanischen Patentamt an.

Der Knallfolien-Wettbewerb sorgte nicht nur für großen Spaß bei den Zuschauern, sondern spornte die Teilnehmer überdies zu Höchstleistungen an. Mit raffinierter Daumenauflagetechnik, bei der sie bis zu acht Luftblasen gleichzeitig zum Platzen brachte, trug Melanie Lämbgen den souveränen Sieg davon. Bei Kuhmilch, Muckefuck und „Bilz-Brause“, die in den 1960er Jahren mit „Die Sinalco schmeckt“ werbetechnisch einen nachhaltigen Ohrwurm gelandet hatte, führte das zweitägige Museumsfest mit dem Titel „Zeitblende 1960“ mehr als 6000 Besucher in ein Jahr, das in vielerlei Hinsicht mit bedeutenden Ereignissen aufwarten konnte.

Entstanden war die Idee vor zwei Jahren, als man mit einer ähnlichen Veranstaltung das 50-jährige Bestehen des Freilichtmuseums gefeiert hatte. „Wir haben festgestellt, dass wir damit viele Menschen angesprochen haben, die in dieser Zeit ihre Kindheit erlebt und zu unserem Fest ihre Kinder und Enkelkinder mitgebracht haben“, erzählte Vize-Chef Dr. Michael Faber.

Musikalisch rief der Auftritt der Cover-Band „The Bea Fore“ dann das erste Konzert der Beatles in Erinnerung. Und da der späte Rock 'n' Roll in den Sechzigern zu Ende ging, legten die Essener Musiker noch jede Menge alte Hits nach. Zahlreiche Besucher in wallend-bunten Petticoats und Perlon-Hemden stürmten die Tanzfläche und legten auch im anschließenden Twist-Tanzkursus der „Holly Hoppers“ eine flotte Sohle aufs Parkett.

Mit Oldtimer-Show

Bei der Wiederherstellung alter Kostüme für die Modenschau mit Kleidung, Accessoires und Requisiten aus dem Jahr 1960 hatte Museumsschneiderin Juliane Otten dem Team von „Carlottas Mode und Event“ beratend zur Seite gestanden. Zum Gelingen des Museumsfests trug ein Korso historischer Landmaschinen ebenso bei wie eine Oldtimer-Schau.

Im Jahr 1960 eroberten beispielsweise das knallrote Goggomobil von Verena Hübner und der VW-Transporter mit Westfalia-Camping-Box inklusive Gaskocher die Herzen der mobilen Reisefreunde. Von Erich Schlössers zweisitzigem Dreiradfahrzeug gibt es heute deutschlandweit nur noch drei Exemplare. Gebremst wurde man im Rheinland allerdings 1960 bereits vom „ersten brauchbaren Radargerät“ - einer Apparatur aus Kamera, Antenne und Messgerät, die in der Baugruppe „Eifel“ am Wegesrand verborgen war.

Angesichts der grün-weißen Tankstelle der Rheinpreußen GmbH erinnerten sich nicht wenige Besucher mit einiger Wehmut an die Benzinpreise von damals - etwa 57 Pfennig (ungefähr 29 Cent) pro Liter. Ein Glanzlicht der Veranstaltung war dann am Sonntagnachmittag der Auftritt des Wuppertaler Theaterschauspielers Thorsten Hamer, der in seiner Revue „Noch'n Gedicht“ an den unvergesslichen Komiker und Schauspieler Heinz Erhardt erinnerte.



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