Von Claudia Hoffmann, 24.08.10, 17:23h
Neugierig geworden, unterbrachen zahlreiche Menschen ihr samstägliches Einkaufsritual und lauschten den rhythmischen Klängen zwischen Meditation und afrikanischer Lebensfreude. Für die Dauer einer Stunde wurde das Konzert eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Reise zu den Ursprüngen des Balafons und in die musikalische Welt im Herzen Afrikas, zwischen Mali und der Elfenbeinküste. Schon als kleiner Junge war Aly Keita, den die Liebe nach Deutschland führte und der seit nunmehr acht Jahren im Berliner Stadtteil Wedding lebt, mit dem afrikanischen Xylophon in Berührung gekommen.
Ausgeholzte Kürbisse
Seit Generationen ist das Balafonspiel in seiner Familie Tradition, und beinahe ebenso traditionell werden die Instrumente dort selbst gebaut. Für die Herstellung verwendet Keita Palisander, das für die ausgezeichneten Klangeigenschaften des Instruments sorgt. Die ausgeholzten Hüllen von Flaschenkürbissen („Kalebassen“) dienen als Resonanzkörper. Früher wurden die seitlichen Löcher mit Membranen aus Spinnenkokons überklebt, heute sind es hauchdünne Folien, die für den surrenden Klang sorgen, erklärte Keita und demonstrierte den Zuschauern anhand von zwei Tönen eine kleine Basisübung, bei denen sich immer mehr Klänge und immer atemberaubendere Rhythmus-Variationen hinzugesellten, in die Elemente südamerikanischer Musik ebenso einflossen wie der Calypso.
Im zweiten Teil der Session wurde Keita dann von dem jungen Nachwuchstrompeter Christian Altehülshorst begleitet, der die magische Polyrhythmik und den unnachahmlichen Groove des Balafonspiels mit jazzigen Improvisationen - unter anderem zu Debussys „Clair de lune“ und „Jingle Bells“ - umspielte. Darüber hinaus verarbeitete Altehülsthorst in seiner ersten Begegnung mit Aly Keita auch die Eindrücke seiner Afrika-Tournee, die ihn mit dem Landes-Jugend-Jazz-Orchester vor zwei Monaten in den Senegal geführt hatte.
Dank des Engagements von Lydia Fisk, die über die Münchener „Don Bosco-Stiftung“ drei Stellen erwirken konnte, wird der junge Musiker aus Gütersloh demnächst ein soziales Jahr in Uganda absolvieren. Dort wird er als Trompetenlehrer die vornehmlich aus Waisenkindern bestehende „Kamuli Brassband“ unterrichten, die ihren Lebensunterhalt durch musikalische Auftritte selbst bestreitet.
Dank der Spendenbereitschaft des Euskirchener Publikums hat Lydia Fisk schon über 2000 Euro gesammelt, die für die Anschaffung von Instrumenten für die ugandische Straßenkinder-Band verwendet werden.
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