Erstellt 28.08.10, 09:59h
ADRIAN SUTIL Da gibt es eine ganze Menge, alleine schon das ganze Drumherum ist einmalig. Aber auch die Autos bieten natürlich ganz andere Möglichkeiten als in anderen Rennsportklassen. Man muss immer ans Limit gehen, darf sich keine Schwäche erlauben.
Wie viel Risiko gehen Sie im Rennwagen ein?
SUTIL Motorsport ist natürlich sehr riskant. Gerade in der Qualifikation zählt jede Hundertstel-Sekunde. Da muss man die Grenze auch schon mal überschreiten, wenn man erfolgreich sein will. Wer schnell sein will, muss ein hohes Risiko eingehen. Nach diesem Motto lebe ich auch. Ich kann es mir nicht erlauben, aus Angst langsam zu sein. Ganz klar: Mein Job ist riskant.
Kann es nicht während des Rennens auch mal sinnvoll sein, etwas weniger Risiko zu fahren?
SUTIL Doch, man muss unterscheiden zwischen der Qualifikation, in der man immer am Limit fahren muss, und dem Rennen. Da kommt es auf die Situation an. Aber natürlich kann es manchmal nicht schaden, etwas vom Gas zu gehen.
Leben Sie auch außerhalb des Formel-1-Autos riskanter als zum Beispiel Ihre Freunde?
SUTIL Ja, das kann man durchaus so sagen. Ich brauche das Adrenalin in meinem Blut, ich brauche den Kick.
Auch im normalen Straßenverkehr?
SUTIL Nein, da entspanne ich. Ich lebe meinen Drang nach Schnelligkeit auf der Rennstrecke aus. Im Straßenverkehr bin ich ein Engel. Das stimmt wirklich. Das hat aber auch einen ganz entscheidenden Grund: Ich wohne in der Schweiz, und dort sind die Strafen einfach viel zu hoch. Das ist sogar mir zu riskant.
Am Wochenende steht das Rennen in Spa auf dem Programm. Was ist dort möglich?
SUTIL Das ist meine Lieblingsstrecke. Da freue ich mich drauf. Und mein Ziel? Das ist doch klar. Ich will Michael Schumacher in der Gesamtwertung überholen. Er ist nur drei Punkte vor mir.
Wie bereitet man sich auf solch ein Rennen vor?
SUTIL Das macht fast jeder Fahrer anders. Ich spiele vorher zum Beispiel Autorennspiele am Computer oder der Konsole - möglichst natürlich die nächste Strecke. Programme wie „F1 2010“ sind inzwischen so realistisch, dass das für mich eine gute Vorbereitung ist. Man bekommt ein Gefühl für die Strecke und kann sich schon mal vor den ersten Trainingseinheiten die Kurven wieder ins Gedächtnis rufen.
Das Gespräch führte Sven Winterschladen| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
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