Von Dirk Risse, 25.08.10, 14:59h, aktualisiert 25.08.10, 15:00h
4500 Modelle hat der gelernte Zweiradmechaniker und Galvaniker in dem kleinen Geschäft zusammengebracht. Modelle in den Größen von 1:6 bis zu 1:32, Modelle zum Zusammenschrauben, Modelle zum Kleben. Da gibt es Nachbildungen von Harleys von 1909, die es gerade einmal auf zwei PS bringen und mit einem Keilriemen statt einer Kette gefahren sind und insgesamt eher wie ein Fahrrad ausschauen. Da gibt es hübsch geschwungene italienischen Vespas aus den 50er Jahren, feuerrote tschechische Jawas (1987) und die Peugeot Triporteur (1955), eine Ladefahrzeug mit Motorradanschub, auf dem französischen Bauern einst Milchkannen und Getreidekörbe transportierten. Prachtstück der Sammlung ist aber die karbonfarbene Yamaha YZR-M1 von Valentino Rossi, von der es kaum Fotos gibt, weil der mehrfache Weltmeister sie nur im Training fährt. Die Miniatur der Rossi-Maschine gilt unter Sammlern daher als echte Rarität, für die manche bis zu 1700 Euro auf den Tisch legen.
Dekoration für Hochzeiten
Seine Modelle verkauft Hoven zu 99 Prozent über das Internet, und zwar über den den ganzen Globus. Seine Kunden kommen aus Brasilien und den USA, Spanien und Portugal, Taiwan und Japan. 70 Prozent seien Frauen: „Die Männer fahren die Motorräder, die Frauen kaufen ihnen die Modelle zum Geburtstag.“ Manchmal werden Vespas als Tischdekorationen für Biker-Hochzeiten gekauft, manchmal kramt ein kleiner Junge, der extra aus Duisburg nach Dünnwald gefahren ist, sein Taschengeld für ein Mini-BMX hervor. Und manchmal stehen natürlich auch gestandene Motorradfahrer in seinem Laden und streichen mit ihren großen Händen liebevoll über die zierlichen Mini-Motorräder.
Sie alle vertrauen der Fachkenntnis von Dieter Hoven: 40 Jahre Leidenschaft machen sich eben gut in einem Job, in dem es viele Details zu wissen gibt. Hoven kann man lange zuhören, wenn er über die verschiedenen Ausführungen der Honda Goldwing spricht. Danach weiß man, dass die blauen Modelle nur in Frankreich, die schwarzen nur in den USA zu haben sind und die weißen Flitzer fast nie. Fast. Einen Importeur hat Hoven jetzt doch im Internet ausfindig gemacht. Ebenfalls aus den USA soll das begehrte Modell bald den Weg nach Dünnwald finden. Hoven lacht zum ersten Mal richtig stolz, als er das erzählt.
Mit seinem Vater, dem er die Passion fürs Motorrad zum Teil verdankt, hat er nur ein einziges Mal eine richtige gemeinsame Motorrad-Fahrt gemacht. Es war 1980, und die beiden waren eher gemütlich zu Freunden im Bergischen Land unterwegs - Hoven als Fahrer, der Vater als Beifahrer. Als eine schnelle Honda die beiden überholte, nickten sie sich bloß zu, Hoven drückte das Gaspedal fest durch, und schon flitzten sie mit vielen Stundenkilometern über die Landstraße „Wir waren ziemlich forsch“, erinnert sich Hoven. Offenbar sehr forsch, denn Hovens Vater stieg nach dieser Tour nie wieder auf ein Motorrad.
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