Von Jens Höhner, 27.08.10, 08:34h
Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ aber spricht der gebürtige Hesse gern von seiner neuen Heimat. „Natürlich ist zwischen Köln und Bergisch Gladbach ein Riesenunterschied“, findet er. „In Bergisch Gladbach geht alles viel langsamer. Aber die Menschen sind sehr freundlich. Und die Luft ist gut.“ Zurzeit steckt Medlock mitten in den Proben für seine „Rainbow's End“-Tournee, die am 16. Oktober in Stuttgart beginnt und ihn am 26. Oktober auch nach Siegburg (Rhein-Sieg-Kreis) führt.
Tatsächlich ist der frühere Offenbacher der einzige der „DSDS“-Gewinner, der heute noch präsent ist. Selbst bei Mehrzad Marashi, dem amtierenden „Superstar“, hat der Verschleiß längst eingesetzt: Tournee geplant, kaum Karten verkauft, Tournee abgesagt. Mit ihm hat Medlock jüngst ein Remake des Reggae-Klassikers „Sweat (A La La La La Long)“ im Duett gesungen. Seine Auftritte würden aber auf jeden Fall über die Bühne gehen, verspricht Medlock seinen Fans im Internet.
Die Frage aber, wer die Sieger des Fernsehformates in richtiger Reihenfolge aufzählen kann, gleicht einem Kneipenquiz: Vielleicht fällt einem noch Alexander Klaws, der allererste Sieger aus dem Jahr 2003, ein. Aber wer ist Elli Erl? Tobias Regner? Daniel Schuhmacher? Oder der Mann „ohne Plan B“, Thomas Godoj? „Man kann sich nicht in einem Moment Dieter als Produzenten wünschen, um ihm dann im nächsten Moment den Stinkefinger zu zeigen“, sagt Medlock und erklärt sich damit, warum etwa Marashi, Erl oder Regner von der Bildfläche verschwunden sind. Sie wollten keine weitere Zusammenarbeit mit dem Bremer Popmogul Dieter Bohlen (56), der bei „DSDS“ den Chef-Juror gibt. „Dieter und ich werden noch in 100 Jahren Freunde sein, ganz ehrlich“, betont Medlock.
Im Gespräch gibt sich der Neu-Wahl-Bergisch Gladbacher nicht nur „ganz ehrlich“, sondern auch bodenständig. Ruhig ist er, ganz anders als wie so oft im Fernsehen. Da macht Mark Medlock gern den Hibbeligen, den Durchgeknallten, den Paradiesvogel. Jetzt aber will er ein Arbeiter sein, ein Malocher im Rampenlicht. Voll und ganz hat sich der Sänger auf „DSDS“ eingelassen, vielleicht auch, weil er die Sendung als seine letzte Chance versteht: Der gelernte Alten- und Krankenpfleger wächst als Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners auf. Die Familie wohnt in der Lohwaldsiedlung, einem sozialen Brennpunkt Offenbachs. 1999 löst die Stadtverwaltung die Siedlung auf. Als die Eltern sterben, lebt Medlock bei seinem Bruder Larry. Glaubt man den einschlägigen Quellen im Internet, so verdingt er sich in einer Gärtnerei, in einer Hotelküche und sogar bei der Müllabfuhr.
An den Tag des ersten Vorsingens für die Castingshow erinnert sich Mark Medlock genau, in einer Lokalzeitung ist der damals Arbeitslose auf die Einladung dazu gestoßen. „Mit meinen letzten 20 Euro in der Tasche bin ich da hingefahren“, blickt er zurück. „Ich habe mir einen Sack Äpfel gekauft, ein Päckchen Tabak, Kaugummis und Karottensaft, danach habe ich mehr als 29 000 Kandidaten platt gemacht. Und das habe ich nie bereut.“ Mit dem Geld aus der Sendung habe er später seine Schulden beglichen. Die Schicksalsschläge aus dem Leben Mark Medlocks werden fortan vermarktet - als Aufstieg eines jungen Mannes aus dem gesellschaftlichen Abseits.
Als er im Fernsehen das Finale für sich entscheidet, sehen nach Angaben des Senders RTL 5,52 Millionen Menschen zu - bei der ersten Staffel dagegen, als Deutschland Alexander Klaws (heute 26) zum „Superstar“ kürt, sind es bisweilen 15 Millionen. Klaws schwingt sich heute in Hamburg als Musical-„Tarzan“ von Liane zu Liane - hartes Musical-Geschäft statt luxuriösem „Superstar“-Dasein. Für Medlock ist das keine wirkliche Alternative. Lange überlegt der Künstler, ob er sich eine zweite Karriere auf der Musicalbühne vorstellen kann: „Bei »Starlight Express« vielleicht. Oder bei »Cats«, wenn ihr mich zum schwarzen Kater pimpt.“ Dabei könne er sich, so versichert Medlock, auch ein Leben völlig ohne Scheinwerferlicht vorstellen: „Ganz ehrlich, dieses Geschreie auf der Straße, dieses Geschreie im Kaufhaus, das brauche ich nicht.“
Überhaupt sind im Privaten seine fünf Katzen Medlocks Ein und Alles. „Nur mit einer Unterhose bekleidet bin ich bei dem Feuer herumgelaufen und habe meine Katzen gerettet“, berichtet der Sänger. „Ich war am Anfang meiner Karriere sicher etwas spendabler, aber jetzt ist wieder alles weg.“ Die Frage, wie es zu dem Brand gekommen ist, konnte noch nicht geklärt werden. Das Gutachten stehe noch aus, teilt die Kölner Polizei mit und lässt wissen, dass in diesem Fall trotz Promi-Faktor kein Grund zur Eile bestehe. „Auch wenn im Radio nichts von mir läuft: Das Bobbelchen ist wieder da“, betont der Sänger und nennt sich selbst beim Kosenamen. „Für viele Menschen ist »DSDS« so wichtig wie die Luft zum Atmen, da ist eine ungeheuer große Euphorie da draußen.“ Klar, dass er auch das „ganz ehrlich“ meint.
Greift hier der Tierschutz nicht ein?
30.08.2010 | 13.41 Uhr | in-NL
Wieso schützt niemand die Katzen und die Einwohner von Bergisch Gladbach???
Katzen II
30.08.2010 | 08.20 Uhr | Ece
Hey ortCH
die Katzen haben das aus purem Eigensinn gemacht.
So sind die Viecher, die dachten sich entweder ein Leben mit MM oder qualvoller…
Nicht nur Medlock ist erfolgreich!
28.08.2010 | 19.48 Uhr | Canina
Ich finde es ja nett, dass Ihr Promo für Mark Medlock macht, damit er wieder Geld verdient nach seiner abgebrannten Wohnung. Aber was soll immer das…
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