ZeitungsanzeigenAbo | Mediadaten
Schriftgröße

Mark Medlock

Malocher im Rampenlicht

Von Jens Höhner, 27.08.10, 08:34h

Nein, ein Mann der leisen Töne ist er nicht, im Gegenteil. Der Gewinner der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) von 2007 , Mark Medlock, hat sein neues Zuhause gefunden: in Bergisch Gladbach.

Mark Medlock
Bild vergrößern
Mark Medlock (Bild: ddp)
Mark Medlock
Bild verkleinern
Mark Medlock (Bild: ddp)
Bergisch Gladbach - Jetzt ist alles anders: „Ich bin froh, dass ich noch am Leben bin“, sagt Mark Medlock, und die Strapazen der vergangenen Wochen sind dem Gewinner der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) von 2007 noch deutlich anzumerken. Ende Juni ist seine Wohnung in Köln-Porz völlig ausgebrannt, er war darin, hat geschlafen. „Wenn mich meine Katzen nicht geweckt hätten, wäre das Schlimmste passiert, so viel steht fest“, schildert der 31 Jahre alte Sänger, der inzwischen eine neue Heimat gefunden hat: Er lebt in Bergisch Gladbach. Noch vor kurzem hat sein Management ein großes Geheimnis daraus gemacht, wo der Sänger nach dem Unglück Quartier bezogen hat.

Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ aber spricht der gebürtige Hesse gern von seiner neuen Heimat. „Natürlich ist zwischen Köln und Bergisch Gladbach ein Riesenunterschied“, findet er. „In Bergisch Gladbach geht alles viel langsamer. Aber die Menschen sind sehr freundlich. Und die Luft ist gut.“ Zurzeit steckt Medlock mitten in den Proben für seine „Rainbow's End“-Tournee, die am 16. Oktober in Stuttgart beginnt und ihn am 26. Oktober auch nach Siegburg (Rhein-Sieg-Kreis) führt.

Tatsächlich ist der frühere Offenbacher der einzige der „DSDS“-Gewinner, der heute noch präsent ist. Selbst bei Mehrzad Marashi, dem amtierenden „Superstar“, hat der Verschleiß längst eingesetzt: Tournee geplant, kaum Karten verkauft, Tournee abgesagt. Mit ihm hat Medlock jüngst ein Remake des Reggae-Klassikers „Sweat (A La La La La Long)“ im Duett gesungen. Seine Auftritte würden aber auf jeden Fall über die Bühne gehen, verspricht Medlock seinen Fans im Internet.

Die Frage aber, wer die Sieger des Fernsehformates in richtiger Reihenfolge aufzählen kann, gleicht einem Kneipenquiz: Vielleicht fällt einem noch Alexander Klaws, der allererste Sieger aus dem Jahr 2003, ein. Aber wer ist Elli Erl? Tobias Regner? Daniel Schuhmacher? Oder der Mann „ohne Plan B“, Thomas Godoj? „Man kann sich nicht in einem Moment Dieter als Produzenten wünschen, um ihm dann im nächsten Moment den Stinkefinger zu zeigen“, sagt Medlock und erklärt sich damit, warum etwa Marashi, Erl oder Regner von der Bildfläche verschwunden sind. Sie wollten keine weitere Zusammenarbeit mit dem Bremer Popmogul Dieter Bohlen (56), der bei „DSDS“ den Chef-Juror gibt. „Dieter und ich werden noch in 100 Jahren Freunde sein, ganz ehrlich“, betont Medlock.

Im Gespräch gibt sich der Neu-Wahl-Bergisch Gladbacher nicht nur „ganz ehrlich“, sondern auch bodenständig. Ruhig ist er, ganz anders als wie so oft im Fernsehen. Da macht Mark Medlock gern den Hibbeligen, den Durchgeknallten, den Paradiesvogel. Jetzt aber will er ein Arbeiter sein, ein Malocher im Rampenlicht. Voll und ganz hat sich der Sänger auf „DSDS“ eingelassen, vielleicht auch, weil er die Sendung als seine letzte Chance versteht: Der gelernte Alten- und Krankenpfleger wächst als Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners auf. Die Familie wohnt in der Lohwaldsiedlung, einem sozialen Brennpunkt Offenbachs. 1999 löst die Stadtverwaltung die Siedlung auf. Als die Eltern sterben, lebt Medlock bei seinem Bruder Larry. Glaubt man den einschlägigen Quellen im Internet, so verdingt er sich in einer Gärtnerei, in einer Hotelküche und sogar bei der Müllabfuhr.

An den Tag des ersten Vorsingens für die Castingshow erinnert sich Mark Medlock genau, in einer Lokalzeitung ist der damals Arbeitslose auf die Einladung dazu gestoßen. „Mit meinen letzten 20 Euro in der Tasche bin ich da hingefahren“, blickt er zurück. „Ich habe mir einen Sack Äpfel gekauft, ein Päckchen Tabak, Kaugummis und Karottensaft, danach habe ich mehr als 29 000 Kandidaten platt gemacht. Und das habe ich nie bereut.“ Mit dem Geld aus der Sendung habe er später seine Schulden beglichen. Die Schicksalsschläge aus dem Leben Mark Medlocks werden fortan vermarktet - als Aufstieg eines jungen Mannes aus dem gesellschaftlichen Abseits.

Als er im Fernsehen das Finale für sich entscheidet, sehen nach Angaben des Senders RTL 5,52 Millionen Menschen zu - bei der ersten Staffel dagegen, als Deutschland Alexander Klaws (heute 26) zum „Superstar“ kürt, sind es bisweilen 15 Millionen. Klaws schwingt sich heute in Hamburg als Musical-„Tarzan“ von Liane zu Liane - hartes Musical-Geschäft statt luxuriösem „Superstar“-Dasein. Für Medlock ist das keine wirkliche Alternative. Lange überlegt der Künstler, ob er sich eine zweite Karriere auf der Musicalbühne vorstellen kann: „Bei »Starlight Express« vielleicht. Oder bei »Cats«, wenn ihr mich zum schwarzen Kater pimpt.“ Dabei könne er sich, so versichert Medlock, auch ein Leben völlig ohne Scheinwerferlicht vorstellen: „Ganz ehrlich, dieses Geschreie auf der Straße, dieses Geschreie im Kaufhaus, das brauche ich nicht.“

Überhaupt sind im Privaten seine fünf Katzen Medlocks Ein und Alles. „Nur mit einer Unterhose bekleidet bin ich bei dem Feuer herumgelaufen und habe meine Katzen gerettet“, berichtet der Sänger. „Ich war am Anfang meiner Karriere sicher etwas spendabler, aber jetzt ist wieder alles weg.“ Die Frage, wie es zu dem Brand gekommen ist, konnte noch nicht geklärt werden. Das Gutachten stehe noch aus, teilt die Kölner Polizei mit und lässt wissen, dass in diesem Fall trotz Promi-Faktor kein Grund zur Eile bestehe. „Auch wenn im Radio nichts von mir läuft: Das Bobbelchen ist wieder da“, betont der Sänger und nennt sich selbst beim Kosenamen. „Für viele Menschen ist »DSDS« so wichtig wie die Luft zum Atmen, da ist eine ungeheuer große Euphorie da draußen.“ Klar, dass er auch das „ganz ehrlich“ meint.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bundesliga Liveticker


Anzeige





Bildergalerien


RHEINLAND WETTER



Special


ksta-blogs.de



Blog zur ksta.tv-Sendung



Aktion


Aktion





Aktuelle Verkehrsinfos


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Meistgelesene Artikel


Stadtmenschen Community


Extra


Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste