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Freizeit

Genuss-Tour mit dem Fahrrad

Erstellt 02.09.10, 21:03h

Ein neuer Fahrrad-Führer stellt die besten Aussichten auf Rhein und Dom vor. Auch bekannte Strecken bekommen einen spannenden, neuen Dreh - wie eine Tour entlang des Kölner Rheinabschnitts. Hier finden Sie eine Karte und den Streckenverlauf.

Radtour
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Zwei der drei Kranhäuser im Rheinauhafen (Bild: Koprowski/Droste Verlag)
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Zwei der drei Kranhäuser im Rheinauhafen (Bild: Koprowski/Droste Verlag)
Radtour Pro
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Der Streckenverlauf
Radtour Pro
Ob von der Haltestelle Slabystraße oder vom Parkplatz am Kuhweg kommend, wir folgen der NRW-Beschilderung in Richtung Mülheim und beginnen die Tour mit der Unterquerung der Rampe zur Mülheimer Brücke. Eine Serpentine führt auf die Brücke hinauf, an deren rechtsrheinischem Ende wir uns rechts halten. Hinter der Bushaltestelle fahren wir scharf nach rechts in den Bergischen Ring. Nach der nächsten Linkskurve heißt die Straße Bachstraße. Ihr folgen wir zum Rhein hinunter und schwenken nach links in die Mülheimer Freiheit ab. Dieser folgen wir und biegen dann nach rechts in die Hafenstraße. Nach Durchfahren des Hochwasserschutztores stehen wir vor den Kulissen der WDR-Soap Die Anrheiner. Hier werden die Außenszenen dieser sonntäglichen Sendung um Menschen in einem fiktiven, direkt am Rhein gelegenen Kölner Veedel gedreht. Wir folgen der Hafenstraße rheinaufwärts bis zur Einmündung in den Auenweg. Diesen überqueren wir, um unseren Weg auf dem gegenüberliegenden straßenbegleitenden Radweg fortzusetzen. Nachdem wir unter der Zoobrücke hindurchgefahren sind, müssen wir wiederum die Fahrbahn queren, um nach rechts in die Sachsenbergstraße abzubiegen. Linker Hand liegt nun die Claudius Therme.

Claudius Therme; 4,5 km

Die Claudius Therme gilt als eines der schönsten Thermalbäder Europas. Ihre Architektur ist an die Badekultur der Römer angelehnt und fügt sich harmonisch in die reizvolle Landschaft des angrenzenden Rheinparks ein. Eine natürliche Thermal-Mineralquelle speist die verschiedenen Badeeinrichtungen der Claudius Therme mit staatlich anerkanntem Heilwasser. Wir passieren die Gebäude der Claudius Therme und gelangen über eine kleine Bogenbrücke nach links in den Rheinpark. Über uns gewahren wir die Rheinseilbahn.

Die Rheinseilbahn wurde am 26. April 1957 zur Eröffnung der Bundesgartenschau in Betrieb genommen und wegen des Baus der Zoobrücke 1963 zunächst eingestellt. 1966 wurde die verlängerte Rheinseilbahn mit veränderter Trasse wiedereröffnet. Mit ihren 44 Kabinen kann sie bis zu 1600 Personen pro Stunde befördern. Die Fahrtstrecke ins linksrheinische Riehl beträgt 935 Meter. Während der etwa sechs Minuten dauernden Fahrtzeitergeben sich aus der Vogelperspektive immer wieder neue Ausblicke auf den Rhein und die Stadt. Sowohl von der Station im Rheinpark als auch von derjenigen in Riehl können wir zum „Rundflug“ abheben und gelangen so stets wieder zur Einstiegsstation zurück.

Wir folgen unmittelbar am Rheinufer der NRW-Beschilderung und passieren die ehemaligen Rheinhallen der Messe Köln, heute Hauptsitz des Fernsehsenders RTL. Auffallend ist der 80 Meter hohe Messeturm, der zusammen mit dem Gesamtkomplex zwischen 1922 und 1928 errichtet wurde. In seiner obersten Etage befand sich früher ein Restaurant mit Panoramablick. Kurz vor Erreichen der Hohenzollernbrücke biegen wir nach links auf den Radweg unterhalb des Bahndammes ab und fahren an seinem Ende nach rechts unter der Bahnunterführung hindurch. Gleich dahinter geht es wieder nach rechts, zu den Fahrradstellplätzen vor dem Büro- und Aussichtsturm des KölnTriangle. Dort stellen wir unsere Räder ab und fahren mit dem Expressaufzug zur 103 Meter hochgelegenen Aussichtsplattform hinauf, wobei wir die letzten Meter auf einer Treppe zurücklegen müssen.

KölnTriangle; 7 km

Das KölnTriangle ist mit 103,20 Metern das zweithöchste Hochhaus im rechtsrheinischen Köln und besteht aus 29 Etagen. Der Name bezieht sich auf den Grundriss des Hochhauses, der einem Dreieck (englisch: triangle) mit gebogenen Seiten ähnelt. Es wurde Ende 2004 fertiggestellt und ist seither Sitz der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).Geschützt hinter 3 Meter hohen Glasscheiben genießen wir von hier oben einen Panoramablick auf das links- und rechtsrheinische Köln. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis hin zum Siebengebirge im Süden, Düsseldorf im Norden, zur Sophienhöhe bei Jülich im Westen und bis Bensberg und zum Bergischen Land im Osten. Wir umrunden den Komplex des KölnTriangle und folgen zunächst der NRW-Beschilderung in Richtung Deutzer Brücke. Nachdem wir die Rampe erreicht haben, biegen wir am ehemaligen Lufthansa-Hochhaus nach rechts und gleich scharf links zum Rhein hinunter ab. Wir unterqueren die Deutzer Brücke und folgen - nun immer dicht am Strom entlangfahrend - der NRW-Beschilderung rheinaufwärts in Richtung Porz. Wir unterqueren die Severinsbrücke und überqueren auf der Drehbrücke die Einfahrt in den Deutzer Hafen. Der Radweg verläuft nun auf der Krone des Rheindeichs oberhalb der Poller Wiesen und bietet einen herrlichen Blick über den Rhein:

Poller Wiesen; 10 km

Gegenüber auf der linken Rheinseite liegt der Rheinauhafen, dessen Speicher- und Lagerhäuser in moderne Wohn- und Bürogebäude umgebaut wurden. Besonders prägnant sind die drei Kranhäuser. Der Streckenverlauf führt uns weiterhin am Rhein entlang, auch durch das ca. 70 Hektar große Gebiet der Westhovener Aue. Dieses Freigelände der ehemaligen BrasseurKaserne wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Truppenübungsplatz genutzt und ist nach dem Abzug der belgischen Truppen als Hochwasserüberschwemmungsgebiet ausgewiesen. Wir passieren bald den unter Platanen gelegenen Porzer Schiffsanleger und erreichen an der Zündorfer Groov den Wendepunkt unserer Tour.

Groov; 19 km

Die Groov ist eine Halbinsel im Rhein. Der Name stammt vom gallischen Wort Grava, was so viel wie Kies, Kiesbank oder Sandbank bedeutet. Ihr heutiges Aussehen hat die Groov in den Jahren 1974 bis 1978 erhalten. Seinerzeit wurde eine Marina angelegt und die Insel als Freizeitinsel ausgebaut. Vom Rhein her durch einen Damm geschützt, befinden sich hier unter hohem Baumbestand Rad- und Gehwege, Liegewiesen, Sport- und Spielplätze, ein Minigolfplatz sowie Kombibad und Kahnweiher. Zahlreiche Restaurationen in alten Fachwerkhäusern, dazu im Sommer viele Gartenlokale und Biergärten, laden auf dem Marktplatz der Freizeitinsel zum Verweilen ein.

An der Zündorfer Groov befindet sich auch die Anlegestelle der Rheinfähre für Wanderer und Radfahrer . Die Fahrrad-Fähren Krokodil und Krokolino bringen uns in einer Mini-Kreuzfahrt über den Rhein zum gegenüberliegenden Kölner Stadtteil Weiß.

Der Rheinradweg lotst uns nun mit der NRW-Beschilderung stromabwärts in Richtung Köln. Am Rodenkirchener Leinpfad ankert die Alte Liebe, ein schwimmendes Restaurant.

Alte Liebe; 25 km

Die Gasträume und die Außengalerie der Alten Liebe sind dem Rhein zugewandt, und so können wir von hier aus nicht nur dem Treiben auf dem Strom zuschauen, sondern auch den Blick über das rechtsrheinische Köln, die schäl Sick schweifen lassen. Vorbei am Bootshaus der Universität zu Köln nähern wir uns dem Rheinauhafen.

Rheinauhafen; 28 km

In der Zeit von der römischen Kolonie bis ins 19. Jahrhundert wechselte der Hafen mehrmals seinen Standort, bis 1820 im Schutz der Rheinauhalbinsel ein sicheres Hafenbecken entstand. Hier entwickelte sich unter Einbeziehung der alten Bausubstanz jüngst ein neues Veedel mit Mischung aus innerstädtischem Wohnen und Arbeiten, Kultur und Freizeit sowie Plätzen und Promenaden, an denen Gastronomie und Einzelhandel zum Verweilen und Stöbern einladen.

Wir erreichen entlang der ehemaligen Lagerhäuser, unter den Kranhäusern hindurch fahrend, das Schokoladenmuseum.

Schokoladenmuseum; 30 km

Ganz unabhängig von einem Museumsbesuch eröffnet sich uns von der von außen zugänglichen Dachterrasse des Schokomuseums der Ausblick auf die Deutzer Rheinseite und das Altstadtpanorama, die Schokoladenseite der Stadt.

Wir überqueren die Hafeneinfahrt auf der historischen Drehbrücke - das letzte, allerdings voll funktionsfähige Relikt aus der Blütezeit des Hafens - und gelangen rheinabwärts in den Rheingarten. Hier genießen wir noch einmal aus anderer Perspektive die Aussicht auf das Altstadtpanorama mit der romanischen Kirche Groß St. Martin. Bei der Weiterfahrt liegen linker Hand das Museum Ludwig und die Philharmonie, überragt vom Dom. Wenn wir die Altstadt mit ihren verwinkelten Gässchen und versteckten Plätzen, dem Hänneschen-Theater und kölschen Brauhäusern erkunden wollen, so am besten zu Fuß. Das Rad stellen wir derweil in der Radstation im Kölner Hauptbahnhof ab. Der Weg dorthin ist ausgeschildert und führt nach Unterquerung der Hohenzollernbrücke nach links über den signalisierten Überweg in die Trankgasse. Bevor diese die Bahntrasse unterquert, liegt rechter Hand in den Bahnbögen die Radstation. Für 0,70 Euro pro Tag können wir dort unser Rad sicher abstellen. Für die Weiterfahrt folgen wir dem Rheinlauf flussabwärts auf dem Rheinuferradweg. Nachdem wir die Kirche St. Kunibert und die Zufahrt zum links liegenden Thürmchenswall passiert haben, sehen wirauf der gegenüberliegenden Straßenseite den Weckschnapp.

Das im Volksmund Weckschnapp genannte Kunibertstürmchen war einst durch einen Wehrgang mit einem im Rhein stehenden Befestigungsteil verbunden, der jedoch im großen Hochwasser von 1784 weitgehend zerstört wurde. Der Sage nach wurden hier die Verurteilten in einem Turmraum ausgehungert. Einzige Chance auf Nahrung war der Sprung an die Decke, um sich den dort hängenden Weck (Brot) zu schnappen. Darunter öffnete sich jedoch eine Falltür im Boden, die zu einem messerbewehrten Schacht direkt in den Rhein führte.

Wir radeln weiter rheinabwärts und bemerken rechter Hand direkt über dem Rheinufer die Bastei. Der vom Kölner Architekten Wilhelm Riphahn im Bauhausstil entworfene Bau entstand auf dem Stumpf eines Turms der alten Hafenanlage und bildet eine flache, aber markante nördliche Begrenzung des Kölner Rheinpanoramas. Unter der Zoobrücke hindurch nähern wir uns dem Axa-Hochhaus. Hier lädt der direkt am Radweg gelegene Biergarten Schwimmbad zum Verweilen ein.

Schwimmbad; 33,5 km

Bereits seit 1937 befand sich an dieser Stelle ein privat betriebenes Freibad, welches die Stadt Anfang der 1960er-Jahre in eigener Regie übernahm. Mitte der 1970er-Jahre wurden durch den Bau des Axa-Hochhauses die Liegewiesengrenzen geändert und zudem ein neues Wirtschaftsgebäude errichtet - das jetzige Biergartenrestaurant Schwimmbad. 1986 beschloss der Rat der Stadt Köln die Schließung des Freibades und die Schwimmbecken wurden zugeschüttet. 1996 eröffnete das heutige Biergarten-Restaurant. Seine Lage unter hohem Baumbestand direkt am Rhein macht es zu einem der schönsten Biergärten in Köln. . Auf den verfüllten Schwimmbecken wurde ein großzügiger Spielplatz errichtet, und während die Eltern die besondere Atmosphäre dieses Biergartens genießen, können sie ihren Nachwuchs von der Terrasse aus beim Spielen beaufsichtigen.

Vom Schwimmbad aus radeln wir den kurzen Weg rheinabwärts bis zur Mülheimer Brücke. Diese unterqueren wir und schwenken dann nach links ab. Nach wenigen Metern befinden wir uns wieder am Ausgangspunkt unserer Tour. (ksta)



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