Von Horst Komuth, 26.08.10, 17:20h, aktualisiert 26.08.10, 18:14h
Die Aktionsgruppe bezeichnet Miegel als überzeugtes Mitglied der NSDAP und der NS-Frauenschaft. Sie habe Hitler sogar drei Gedichte gewidmet. „Es kann nicht sein, dass einerseits Straßen in Erftstadt nach Widerstandskämpfern im Dritten Reich benannt werden und gleichzeitig eine bekennende Nationalsozialistin und Verehrerin Adolf Hitlers als Namensgeberin fungiert“, erklärte die 20-jährige Luca Plette von der Antifa Erftstadt. Die Aktivisten wollen erreichen, dass die Straße stattdessen den Namen eines Friesheimer Opfers des Nationalsozialismus trägt. Namensgeber solle Salomon Franken sein. Er war ein Jude aus Friesheim, der dort 1895 geboren worden war und laut Antifaschistischer Aktion 1945 höchstwahrscheinlich im Vernichtungslager Auschwitz ermordet worden war. Zwei seiner drei gemeinsamen Kinder mit seiner Frau Else hätten ins heutige Israel fliehen können. Der jüngste Sohn sei gemeinsam mit seinen Eltern von Friesheim ins KZ Theresienstadt und von dort aus 1945 nach Auschwitz deportiert worden, wo sich die Spur der drei Schicksale verloren habe.
„Salomon Franken steht hier symbolisch für die vielen namenlosen - auch Erftstädter - Opfer, die von der deutschen Gesellschaft stigmatisiert, entrechtet, ausgeschlossen und letztlich ermordet wurden. Wir denken, dass diese Opfer gedacht, ihre persönlichen Leiden und Lebensgeschichten im Gedächtnis behalten werden sollten“, erläutert Antifa-Aktivist Marcel Schrink die Namenswahl. Anwohner waren mit Flugblättern über die provisorische Umbenennung und deren Hintergründe informiert worden. In einem Brief an den Stadtrat fordern die Aktivisten nicht nur die sofortige Umbenennung, sondern auch ein klares politisches Bekenntnis der Stadt.
Friesheims Ortsbürgermeisterin Claudia Siebold drängt darauf, dass der Sachverhalt rasch und gründlich aufgeklärt wird. Gegebenenfalls müssten die Konsequenzen gezogen werden. In der Stadtverwaltung zeigt man sich für eine Prüfung der Sache aufgeschlossen. „Das ist ein Thema, über das man reden und dann gegebenenfalls auch die Konsequenzen ziehen muss“, sagt Ordnungsdezernent Volker Erner. Allerdings habe der Aufkleber auf dem Straßenschild aus rechtlichen Gründen erst mal von Mitarbeitern der Stadt entfernt werden müssen.
Das Verhältnis der Schriftstellerin Miegel zum Nationalsozialismus müsse genau geprüft werden. Erner will zu dem Zweck auch mit dem Heimatforscher Cornelius Bormann sprechen, der zusammen mit seiner Frau das Buch „Heimat an der Erft - Die Landjuden in den Synagogengemeinden Gymnich, Friesheim und Lechenich“ verfasst hatte. Wenn das Ergebnis der Recherchen über Miegel vorliege, werde die Verwaltung einen Vorschlag machen und die Bürger am weiteren Verfahren beteiligen. Ratsherr Christian Kirchharz stellte zu dem Thema bereits einen umfassenden Antrag an die Verwaltung. Demzufolge soll auch geprüft werden, ob es weitere problematische Straßennamen im Stadtgebiet gibt. Sollte die Miegel-Straße umbenannt werden, böte sich laut Kirchharz eine Benennung nach dem vor einigen Jahren verstorbenen Friesheimer Pfarrer Manfred Wahl an.
Jetzt wird's hier aber langsam ...
06.09.2010 | 11.53 Uhr | ChristianKirchharz
... absurd.
Nochmal: Ruhe bewahren.
1. Sollte die Frau eindeutig eine braune und eindeutige Vergangenheit haben, wird die Straße umbenannt.…
@ungeschminkt
03.09.2010 | 00.35 Uhr | LucaPlette
Hallo ungeschminkt!
Hättest Du Dich umfangreicher informiert, wüsstest Du dass sich mein Kollege Marcel Schrink bereits dazu geäußert hat:
"Uns…
Straßenumbenennung
02.09.2010 | 17.53 Uhr | ungeschminkt
Wer denkt eigentlich an die Anwohner? Adressänderungen kosten Geld. Wer kommt dafür auf? Die Initiatoren sicher nicht!
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