Von Peter Berger, 26.08.10, 19:50h, aktualisiert 26.08.10, 19:54h
Doch es ist wenig wahrscheinlich, dass der Club am heutigen Freitag eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die das möglich macht. Der Fußballverband Mittelrhein hatte den Antrag abgelehnt, die Spiellizenz des insolventen Vereins Viktoria für die Landesliga auf den neuen FC Viktoria zu übertragen. Mit der Folge, dass der neue Verein in der untersten Spielklasse neu beginnen müsste. Für die Kreisliga D werde man gar keine Mannschaft zusammen bekommen, fürchtet Kollmann.
Die Entscheidung des Fußballverbands könnte das endgültige Aus der Viktoria in der Kölner Fußball-Landschaft bedeuten. „Wenn klar ist, dass wir in der Landesliga nicht spielen können, werden etliche Spieler den Verein verlassen und sich anderen Clubs anschließen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir am Sonntag in der Kreisliga D antreten werden.“
Der FC Viktoria ohne Seniorenfußball - das hätte auch negative Folgen für die Jugendmannschaften, die in Leistungsklassen spielen. Eine Jugendabteilung mit mehr als 100 Nachwuchskickern lasse sich bei aller Begeisterung ohne erste Mannschaft wohl kaum aufrechterhalten, fürchtet Kollmann. „Da werden sich die Leistungsträger dann sofort andere Clubs suchen.“
Die Stadt Köln und die Sportstätten GmbH müssen befürchten, dass sie bald ein Stadion ohne Nutzer betriebsfähig halten müssen. „Wir hatten die Anlage dem SCB Viktoria Köln gegen eine geringe Miete überlassen. Im Gegenzug hat der Verein die Pflege der gesamten übernommen“, sagt Hans Rütten. Der Chef der Sportstätten GmbH will aber erst die Gerichtsentscheidung und die Zukunft des FC Viktoria abwarten, ehe er über Konsequenzen nachdenkt. Die Betriebskosten seien nicht das Problem, ein leer stehendes Stadion auf Dauer dagegen schon. Zumal in Köln derzeit kein Verein in Sicht ist, der eine Anlage mit einem Fassungsvermögen von 10 000 Zuschauern betreiben könnte. Eine Möglichkeit könnte sich ergeben, sollte der Fußballverein Germania Windeck aus dem Rhein-Sieg-Kreis in der neuen Saison den Aufstieg in die Regionalliga West - das ist die vierte Liga - schaffen. Die Germania, die in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 0:4 gegen den FC Bayern München im Rhein-Energie-Stadion schon mal den großen Fußball proben durften, könnten auf ihrer Sportanlage nicht in der Regionalliga antreten, weil sie den Sicherheitsanforderungen nicht entspricht. „Sollte es so weit kommen, müssten aber auch in Höhenberg noch bauliche Veränderungen vorgenommen werden“, sagt Rütten.
Da müsse man genau prüfen, ob sich der Aufwand rechne. Windeck plant bereits, so genannte sicherheitsrelevante Heimspiele in der fünften Liga, etwa gegen Rot-Weiß Essen, Sportfreunde Siegen und Fortuna Köln, im Sportpark auszutragen. Am heutigen Freitag wird über die Einstweilige Verfügung entschieden. Dann ist klar, wie es mit dem Sportpark Höhenberg und dem FC Viktoria Köln weitergeht.
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