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Moscheebau

Zwischen Moderne und Tradition

Von Helmut Frangenberg, 26.08.10, 21:01h, aktualisiert 26.08.10, 21:10h

Im Eiltempo wächst derzeit die imposante Architektur der neuen Ditib-Zentrale an der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld. Ein Rundgang über die Baustelle lässt erahnen, wie der fertige Gebäudekomplex einmal aussieht.

Ditib-Zentrale
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Ein Blick aus dem dritten Stock auf den neuen Vorplatz mit Brunnen (links): Aus dem Loch daneben wird ein Glasboden, dahinter wächst eines der beiden Minarette, rechts davon entsteht der Gebetsraum. (Bild: Bause)
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Ein Blick aus dem dritten Stock auf den neuen Vorplatz mit Brunnen (links): Aus dem Loch daneben wird ein Glasboden, dahinter wächst eines der beiden Minarette, rechts davon entsteht der Gebetsraum. (Bild: Bause)
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Architekt Paul Böhm (l.) und Ditib-Projektleiter Sinan Celik steigen die große Freitreppe hinauf, die von der Venloer Straße zum Vorplatz der Moschee führt. (Bild: Bause)
Ditib-Zentrale
Ehrenfeld - Es braucht nicht mehr viel Fantasie, um sich das zukünftige Leben in den neuen Mauern vorzustellen. So schnell wächst der Neubau der Deutschlandzentrale der Türkisch-Islamischen Union, Ditib, an der Inneren Kanalstraße und Venloer Straße in Ehrenfeld in die Höhe. Die neue Moschee und ihre Mantelbebauung mit Büros, Geschäften, Bibliothek und Versammlungsräumen soll eines der wenigen Großprojekte in Köln sein, dass innerhalb des vorher festgelegten Zeitplans fertig wird. Während oberirdisch weiter am Rohbau der 33 Meter hohen Kuppel gebaut wird und die beiden Minarette in die Höhe gezogen werden, hat im Keller bereits der Einbau der Haustechnik begonnen. Ende des Jahres soll der Rohbau stehen.

„Der Terminplan ist sehr knapp“, sagt Projektleiter Sinan Celik, während er zusammen mit Architekt Paul Böhm durch die Baustelle führt. Der Blick vom dritten Obergeschoss des zukünftigen Bürogebäudes ist imposant. Eine breite Freitreppe führt vorbei am ersten Minarett zu einem großzügigen Vorplatz, um den sich die Gebäude gruppieren. Im Osten des Platzes wird ein sechs Meter hoher Eingang in den Gebetsraum für 1300 Gläubige führen.

Die geschwungenen Betonschalen deuten schon jetzt die spätere Form einer aufgebrochenen Kuppel an. „Möglichst wenig Stahl und möglichst viel Glas“ werden hinterher die Fassade des Kuppelbaus prägen, so Böhm.

In der Mitte des Platzes wird ein Brunnen gebaut, dessen Wasser hinunter ins Erdgeschoss plätschern wird, wo die Einkaufspassage entsteht. Ein runder Glasboden um den Brunnen wird genau wie zahlreiche Lichtschächte Tageslicht in den Bereich lassen, in dem elf Geschäfte geplant sind. Ein Buchladen, ein Restaurant oder ein Reisebüro sollen hier Platz finden und Alltag in den Gebäudekomplex holen. Celik und Böhm beschreiben eine Architektur, die „einladend für alle“ sein soll.

Das gilt auch für den Gebetsraum, der mit einer Besucherplattform ausgestattet werden wird. Unter ihm, gleich neben der Einkaufspassage, wird ein Versammlungsraum mit 700 Sitzplätzen ausgebaut. An der Nordseite des Vorplatzes werden ein Bistro und eine Bibliothek eröffnet. Die zentrale Platzierung solle die Bedeutung von Bildung und Kultur für das neue Zentrum deutlich machen, sagt Böhm.

Platz für Jugend- und Sportangebote

In dem fast fertigen Gebäude daneben wird die Ditib ihre Jugend- und Sportangebote stattfinden lassen, darüber werden die Räume für die rituellen Waschungen eingerichtet. Männer- und Frauenbereiche sind hier genau wie in der eigentlichen Moschee voneinander getrennt, wo die Frauen auf die Empore müssen.

Immer noch unklar ist, wie es denn bei der geplanten Eröffnung Ende 2011 / Anfang 2012 im Innern der Moschee aussehen wird. Architekt Paul Böhm und der Bauherr haben noch keinen Verantwortlichen gefunden, mit dem beide einverstanden wären. Der Spagat zwischen moderner Architektur und der gewohnten plüschig-traditionellen Innenausstattung eines türkisch geprägten Gebetsraums ist nicht ganz einfach hinzubekommen. Nach zwei gescheiterten Versuchen haben sich Böhm und Ditib nun darauf geeinigt, zunächst abzuwarten, bis der Kuppelbau steht, weil sich erst dann ein richtiges Gefühl für den neuen großen Raum entwickeln ließe.



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