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Familiendrama

Die Schwester missbraucht?

Von Uli Kreikebaum, 27.08.10, 17:39h, aktualisiert 27.08.10, 18:27h

Ein elfjähriger Junge soll am vergangenen Donnerstag in Hürth seine dreijährige Schwester vergewaltigt haben. Den Eltern war schon einmal das Sorgerecht für den Jungen entzogen wordem, kürzlich erst war Junge der Mutter zur Probe zurückgegeben worden.

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Kleine Kinder, die missbraucht wurden, können sich oftmals nicht mit Worten Gehör verschaffen. (Bild: DPA)
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Kleine Kinder, die missbraucht wurden, können sich oftmals nicht mit Worten Gehör verschaffen. (Bild: DPA)
Hürth - Es ist nicht bekannt, wie es dem kleinen Mädchen geht. „Angeblich erstaunlich gut“, sagt Hürths Jugenddezernent Jens Menzel, klingt dabei aber skeptisch. Unklar ist, warum der Junge es tat. Klar scheint nach Angaben von Polizei und Stadt allerdings, dass er es getan hat: Ein elfjähriger Junge soll am vergangenen Donnerstag in Hürth seine dreijährige Schwester vergewaltigt haben. Wie konnte es dazu kommen? Die Familie des Jungen und des Mädchens ist dem Hürther Jugendamt seit zehn Jahren bekannt. Wegen Drogen-, Alkohol- und Gewaltproblemen der Eltern war der Junge bereits im Alter von einem Jahr zu einer Pflegefamilie gekommen. „Fälle sexualisierter Gewalt in der Familie sind nicht bekannt gewesen, sonst wäre der Junge nicht zurück zu seiner Mutter gekommen“, sagt Dezernent Menzel.

Bekannt ist ferner, dass den Eltern das Sorgerecht entzogen wurde, dass sie ihr Kind nur sehr unregelmäßig besuchen durften, der Junge im Juli 2009 in eine therapeutische Gruppe nach Bergheim wechselte und es „dort immer wieder zu Grenzüberschreitungen kam“, wie die Stadt Hürth formuliert. Bekannt ist auch, dass der Junge auf einer Förderschule gemeinsam mit einem 14-Jährigen einen sexuellen Übergriff auf eine Zwölfjährige verübt haben soll. Trotzdem war dem Jungen im Mai 2010 von Vormund, Jugendamt und Therapeuten bescheinigt worden, sich „gut entwickelt“ zu haben. Als er auf Probe zu seiner Mutter zurückkehrte, fiel dem mehrmals pro Woche in die Wohnung kommenden Betreuer der Familienhilfe nichts auf. Drei Wochen nach Ende der Probezeit verging er sich an seiner Schwester.

Die Mitarbeiterin des Jugendamts, die an dem Gespräch zur Rückführung des Jungen teilnahm, ist im Urlaub. „Es muss aber klare Anzeichen dafür gegeben haben, dass der Junge wieder in die Familie kann. So etwas macht man nicht mal eben so.“ Der Junge befindet sich seit vergangenem Donnerstag in einem geschlossenen Therapieheim, das Mädchen wird psychologisch betreut. Was aus der inzwischen Vierjährigen wird, sei noch nicht klar. Menzel: „Wir werden die Familie weiterhin von der Familienhilfe betreuen lassen, sie verstärkt beobachten und hoffen, dass sich das Kind erholt.“



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