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NRW-Schulministerium

Start für 1100 neue Lehrer

Von Günther M. Wiedemann, 27.08.10, 22:47h, aktualisiert 28.08.10, 00:08h

Die neue rot-grüne Landesregierung will noch in diesem Jahr 1 100 neue Lehrer einstellen. Schulministerin Sylvia Löhrmann kündigte zudem an, in der so heftig umstrittenen Schulpolitik für Entspannung zu sorgen.

Sylvia Löhrmann
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Die Vorsitzende der NRWGrünen, Sylvia Löhrmann, mit Schultüte. (Bild: dpa)
Sylvia Löhrmann
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Die Vorsitzende der NRWGrünen, Sylvia Löhrmann, mit Schultüte. (Bild: dpa)
DÜSSELDORF - 1 100 zusätzliche Lehrer will die neue Landesregierung noch in diesem Jahr einstellen. Das hat Schulministerin Sylvia Löhrmann (Gründe) zum Auftakt des Schuljahrs in Düsseldorf angekündigt. Finanziert werden soll das über den Nachtragshaushalt. Zusätzliche Lehrer sind nötig, weil „wegen der Wirtschaftskrise mehr Schülerinnen und Schüler im System geblieben sind“. Zu Beginn des Schuljahres 2010 / 11 seien die vorhandenen fast 153 000 Stellen, die sich rund 170 000 Lehrer teilen, bis auf 0,4 Prozent besetzt. „Ein recht guter Wert“, meint Löhrmann.

Eine „kleine Novelle“

Die neue Schulministerin war in der traditionellen Pressekonferenz vor Beginn des Unterrichts sichtlich bemüht, für Entspannung zu sorgen in der so heftig umstrittenen Schulpolitik. So stellte sie fest, zu Beginn des Schuljahres gebe es „keine konkreten Änderungen“ - was daran liegt, dass SPD und Grüne ihre „kleine Schulgesetznovelle“, mit der unter anderem die Kopfnoten abgeschafft werden sollen, noch durch den Landtag bringen müssen. Das soll aber bis zu den ersten Zeugnissen passiert sein.

Die neue Regierung werbe um „größtmöglichen Konsens“ in der Schulpolitik, sagte die Grünen-Politikerin. Deshalb lade die Landesregierung Parteien, Lehrer, Eltern, Schüler, Kommunalpolitiker und Verbände zu einer Bildungskonferenz ein, deren erste Sitzung am 23. September stattfinde. Es gebe „in der Bildungspolitik mehr gemeinsame Grundüberzeugungen, als viele denken“: Bessere Qualität des Unterrichts, individuelle Förderung, Ausbau des Ganztages. Löhrmann vermied die nach einem Regierungswechsel oft übliche Kritik neuer Minister an ihren Vorgängern.

Gleichzeitig pries sie aber die von SPD und Grünen gewollte Gemeinschaftsschule als „Angebot an Eltern und ihre Kinder, die ein gutes, umfassendes Schulangebot wünschen“. Die Ministerin appellierte an die CDU, „den Schulfrieden mit diesem Weg zu machen, den sie in anderen Bundesländern selber aktiv gestaltet - in Thüringen und Schleswig-Holstein.“

Bei den geplanten Reformen werde es „keinen Aktionismus“ geben. Die Ministerin bestätigte, dass sie Anträge auf Gemeinschaftsschulen über den bereits im Schulgesetz vorhandenen Paragrafen für Schulversuchen genehmigen wolle, also vorerst keine Gesetzesänderung plant. Bislang liegt dem Ministerium nur ein konkreter Antrag vor - der aus Ascheberg. Es gebe aber ein Dutzende „Interessenbekundungen“. Manche Gemeinden warteten jetzt auf die noch zu erarbeitenden Kriterien für eine Gemeinschaftsschule. Die sollen mit der bevorstehenden Genehmigung für Ascheberg vorgelegt werden.

Der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Sternberg, antwortete auf die Erklärungen der Ministerin mit der Feststellung, über die Gemeinschaftsschule sei ein Konsens mit der CDU nicht möglich. „Wir wollen Vielfalt und nicht Einfalt“. Es gelte unverändert, dass nicht die Schulstruktur entscheidend sei, sondern das, was im Unterricht geschehe.

FDP-Schulexpertin Ingrid Pieper-von Heiden warf Rot-Grün vor, Kinder an Gymnasien, Real- und Hauptschulen massiv zu diskriminieren. Die Ministerin wolle die Gemeinschaftsschule bevorzugen mit kleineren Klassen und mehr Lehrern; die Leidtragenden seien die Mehrzahl der Kinder und Lehrer anderer Schulformen.



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